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Ungarns Staatschef sagt Slowakei-Reise ab

Laszlo SolyomGroßansicht
Budapest (dpa) - Ungarns Staatspräsident Laszlo Solyom hat im Streit um die Einweihung eines Reiterstandbilds des Ungarn-Königs Stephan eine Reise in die Slowakei abgesagt. Solyom wollte im slowakischen Komarno (Révkomárom) an der Einweihung der Skulptur des ungarischen Nationalheiligen teilnehmen.
Der slowakische Regierungschef Robert Fico hatte zuvor angekündigt, sein Land werde Solyom die Einreise verweigern. Fico hatte Solyoms Besuch bereits im Vorfeld als «unerhörte Provokation» bezeichnet. Ein ungarischer Kulturverein hatte Solyom zur Einweihung nach Komarno eingeladen. Fico hatte Solyoms Besuch auch als einen Versuch bezeichnet, «eine ungarische Staatlichkeit auf dem Boden der souveränen Slowakei» zu feiern. König Stephan, der vor mehr als 1000 Jahren den ersten ungarischen Staat gegründet hat, wird in Ungarn alljährlich am 20. August gefeiert.

Der ungarische Staatspräsident nannte das Einreiseverbot der slowakischen am Abend «beispiellos». Dieser Schritt sei «nicht zu entschuldigen», sagte Soylom auf der Elisabethbrücke in der ungarischen Grenzstadt Komarom, die über die Donau in die slowakische Stadt Komarno führt. Komarom und Komarno bildeten früher ein und dieselbe Stadt.

Solyom war in der Slowakei in die Kritik geraten, weil sein privater Besuch an dem Tag stattfinden sollte, an dem die Slowakei den 21. Jahrestag des Einmarschs der Warschauer-Pakt-Truppen in die damalige Tschechoslowakei begeht. Ungarn hatte sich 1968 an diesem Einmarsch beteiligt, und zwar ausgerechnet in dem Teil der Slowakei, den Ungarn 1938 annektiert hatte. Dafür habe sich Solyom bereits im vorigen Jahr entschuldigt.

International / Ungarn / Slowakei
22.08.2009 · 09:23 Uhr
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