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Ungarisches Unglückswerk bereitet Neustart vor

Die giftige Brühe verseuchte eine Fläche von 40 Quadratkilometern: Neun Menschen starben, rund 150 wurden verletzt.Großansicht

Budapest (dpa) - Die Ungarische Aluminium-AG - Verursacherin der Giftschlamm-Katastrophe im Westen des Landes - bereitet ihren Neustart vor.

Es seien erste Schritte eingeleitet worden, um das Bauxitwerk bei Ajka ab Dienstag wieder mit voller Kapazität arbeiten zu lassen, sagte eine Sprecherin des ungarischen Katastrophenschutzes in der Nacht zu Samstag der Nachrichtenagentur MTI.

Der ungarische Umweltstaatssekretär Zoltan Illes hatte dem Werk vor zehn Tagen die Betriebsgenehmigung entzogen, nachdem aus einem Abfallbecken rund 750 000 Kubikmeter giftigen Bauxitschlamms ausgeflossen waren. Dabei starben in den benachbarten Ortschaften Kolontar und Devecser 9 Menschen, rund 150 wurden verletzt. Die laugen- und schwermetallhaltige Brühe verseuchte eine Fläche von 40 Quadratkilometern.

Rund 500 von 715 evakuierten Bewohnern aus Kolontar sind bis zum Samstag wieder in ihr Dorf zurückgekehrt, bestätigte der Katastrophenschutz. 700 Menschen aus Devecser hingegen konnten noch nicht wieder nach Hause. Nach neuesten Aufstellungen wurden in Devecser 292, in Kolontar 47 und in Somlovasarhely 21 Häuser dermaßen beschädigt, dass ihre Bewohnbarkeit gesondert geprüft werden müsse.

Die ungarische Regierung hatte das Unternehmen (MAL) zu Wochenbeginn unter staatliche Zwangsverwaltung gestellt. An der Spitze steht nun der Kommandant des Katastrophenschutzes, General György Bakondi. Ursprünglich hätte das Werk bereits Freitagmittag wieder anlaufen sollen, doch habe sich die Übergabe bestimmter Dokumentationen verzögert, hieß es.

Der Katastrophenschutz verschärfte indes die Bedingungen für unabhängige Messungen im Katastrophengebiet. Diese dürfen fortan nur noch von Personen und Organisationen vorgenommen werden, die über eine behördliche Genehmigung verfügen, gab Bakondi am Samstag bekannt. Unabhängige Umweltorganisationen wie Greenpeace hatten immer wieder Schadstoffwerte gemessen, die deutlich über denen der offiziellen ungarischen Messungen lagen.

Unfälle / Umwelt / Ungarn
16.10.2010 · 15:10 Uhr
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