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Unerforschte Orte - Die großen Geheimnisse unserer Welt

15 Millionen Jahre lag der Wostoksee unberührt unter der dicken Eisdecke der Antarktis. 15 Millionen Jahre, in denen sich dort ein ganz eigener Kosmos gebildet haben könnte. Jetzt ist es russischen Forschern gelungen, den See anzubohren. Doch bis sie erfahren, was sich tatsächlich darin befindet, werden noch einige Monate vergehen müssen. Der arktische Winter zwingt sie zur Pause. Ab November aber könnten sie das Geheimnis um den Wostoksee lüften - und damit auch um etwa 150 weitere Seen, die seit Jahrmillionen unter dem Eispanzer der Antarktis ruhen.

Denn die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Seen durch ein unterirdisches Netz miteinander verbunden sind. Genau wissen können sie es aber nicht. Denn die Polarmeere sind bisher nur wenig erforscht. «Von etwa einem Drittel der Antarktis wissen wir noch nicht einmal, wie dick das Eis ist», sagt Dr. Heinrich Miller vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung. Dementsprechend sei auch die Forschung erst am Anfang und weitere Seen denkbar.

Millers Institut hat sich der Erforschung der Weltmeere verschrieben, die immerhin 70 Prozent der Erdoberfläche ausmachen. Überraschungen kommen da immer wieder vor. Erst vor wenigen Jahren rammte ein amerikanisches U-Boot einen Unterwasserberg, der bisher auf keiner Karte vermerkt war. Miller weiß: «Selbst wenn die Meeresforschung 200 Jahre alt ist, wissen wir vieles noch nicht, was sich in der Tiefsee verbirgt.»

Geheime Völker in den Regenwäldern unserer Welt

Vor allem die Vielfalt an Kleinstlebewesen wie Mikroben sei «so groß, dass man wahrscheinlich bis zum Ende der Menschheit noch nicht alles erforscht haben wird», sagt der Wissenschaftler. Doch nicht nur die Tiefen der Ozeane bergen noch eine Menge Geheimnisse. Auch oberhalb des Wasserspiegels gibt es Orte, die bisher kaum oder wenig erforscht sind. Der Amazonas-Regenwald, vor allem der brasilianische, aber auch der peruanische Teil sowie Papua in Indonesien gehören unter anderem dazu, weiß Linda Poppe von der Organisation Survival International.

Sie kümmert sich um den Schutz indigener Völker auf der Welt und weiß: Unter ihnen gibt es etwa 100 sogenannte unkontaktierte Gruppen, die jeglichen Kontakt zur Außenwelt ablehnen. Fernab von Wirtschaftskrise, Krieg und anderen Problemen leben sie «hauptsächlich in Regionen, die nicht so gut erforscht und schwer zugänglich sind», sagt Poppe. Die Rohstoffgier der Ölmultis drängt sie jedoch immer weiter zurück. «Peru etwa versteigert einen Großteil seiner Flächen im Amazonas-Gebiet an Ölkonzerne», gibt sie zu bedenken.

Eine direkte Gefahr für jene Völker, die sich ihr eigenes kleines Paradies geschaffen haben, die alleine leben wollen ohne Kontakt zur Außenwelt. Poppe schließt nicht aus, dass es weitere Gruppen gibt, die bisher noch nicht entdeckt wurden. «Wenn wir uns die Größe der Erde anschauen, dann ist es dramatisch zu glauben, dass wir bereits alles gesehen und erforscht haben», sagt sie.

Das zeige schließlich auch die steigende Zahl unkontaktierter Gruppen, die in den vergangenen Jahren notiert wurden. Auf sie aufmerksam zu machen, hat sich ihre Organisation auf die Fahnen geschrieben. Aber nicht etwa, um den Tourismus dorthin anzukurbeln, sondern um sie zu schützen und zu zeigen: Es gibt Gruppen von Menschen, die allein gelassen werden möchten - auch wenn das bedeutet, die Welt nicht bis in den letzten Winkel erkunden zu können und manche Geheimnisse möglicherweise nie zu entschlüsseln.

Welche geheimen und unentdeckten Orte es noch gibt, sehen Sie in der Bilderstrecke.

[news.de] · 25.02.2012 · 10:01 Uhr
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