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«Unendlich traurig»: Entsetzen nach Ballack-Aus

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Hamburg (dpa) - Mitleid mit Ballack, Zuspruch für Löw: Die deutsche Sport-Prominenz hat mit Entsetzen auf das WM-Aus des Nationalmannschafts-Kapitäns reagiert. «Ich bin unendlich traurig, dass Michael Ballack durch ein solches Foul um seine WM-Teilnahme gebracht wird».

Das sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger am Montag. «Bitter, tragisch, brutal» waren Vokabeln, die das zu umschreiben versuchten, was eigentlich unvorstellbar schien. Ohne ihre wichtigste Säule im Mittelfeld müssen Bundestrainer Joachim Löw und die deutsche Fußball-Nationalmannschaft die WM-Mission in Südafrika angehen.

«Für die Mannschaft muss es ganz klar heißen: Jetzt erst recht! Das Team ist es seinem Kapitän schuldig, eine gute WM zu spielen», betonte Zwanziger. DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach erklärte, dass das Team den England-Profi vom FC Chelsea als «Kapitän, Anführer und Persönlichkeit» gebraucht hätte. «Es ist sicher ein schwerer Schlag für ihn, aber er ist in seiner Karriere schon häufiger mit Tiefschlägen fertig geworden», sagte Niersbach.

Geschockt äußerten sich Teammanager Oliver Bierhoff, Leverkusens Trainer Jupp Heynckes, Bremens Coach Thomas Schaaf, Ballacks früherer Teamkollege Ulf Kirsten, Box-Weltmeister Wladimir Klitschko oder der Olympia-Zweite im Skilanglauf, Tobias Angerer. «Das ist bitter und tragisch. Vor allem für ihn persönlich ist es schlimm. Es war wahrscheinlich seine letzte Chance, nochmals an einer WM teilzunehmen», sagte Heynckes. Schaaf nannte Ballacks Aus einen «herben Verlust». «Ich bin schockiert. Das ist ganz bitter», sagte Angerer. Bierhoff sprach von einem «schweren», Wladimir Klitschko von einem «herben» Schlag. «Das war ein richtiger Schock», sagte Kirsten. «Kein Einzelspieler kann Michael Ballack ersetzen.»

Für Löws Handball-Kollegen ist Ballacks Ausfall nach dem brutalen Foul von Kevin-Prince Boateng eine «ganz bittere Geschichte». Weiter sagte Heiner Brand dem Nachrichtenportal «news.de»: «Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich nachvollziehen, was jetzt in Jogi Löw vorgeht.»

An den Bundestrainer und dessen schwierige (bis unmögliche) Aufgabe, nun einen adäquaten Ersatz für den Spiel-, Wort- und Anführer zu finden, dachten auch Bundesliga-Coach Ralf Rangnick und die Frauen-Nationaltrainerin Silvia Neid. «Das ist natürlich für alle Beteiligten ein Schock. Für Michael, weil es wohl seine letzte WM gewesen wäre, aber auch für Jogi Löw und die ganze Mannschaft. Mit Michael fällt der Kapitän und absolute Leader der Mannschaft aus, das ist ganz bitter», sagte Hoffenheims Trainer Rangnick. «Es ist schade für Michael Ballack, aber auch für das Trainerteam um Joachim Löw und die komplette Mannschaft», betonte Silvia Neid.

Sein Bedauern drückte auch Wolfgang Overath, Präsident des 1. FC Köln und Fußball-Weltmeister von 1974, aus: «Der Junge tut mir richtig leid. Das ist schon brutal.» Ein anderer Weltmeister wartete sofort mit einem Personalvorschlag auf. «Jetzt gilt es, möglichst schnell für einen Ersatz zu sorgen. Und der kann meines Erachtens nur Torsten Frings heißen», sagte Olaf Thon, Weltmeister von 1990.

Am Montagabend erteilte DFB-Teammanager Oliver Bierhoff jedoch einer Rückkehr von Werder-Routinier Frings eine Absage. «Torsten hat wahnsinnig viel für die Nationalmannschaft gemacht. Aber nach der Analyse in diesem Jahr sind die Trainer zu dem Schluss gekommen, dass er hier in diesen Kreis jetzt nicht gehört», sagte Bierhoff in einer ARD-Sondersendung. Es gebe auch keinen akuten Handlungsbedarf. «Wir haben 27 Spieler in den erweiterten Kreis nominiert, um eventuelle Verletzungen ausgleichen zu können», sagte der Manager.

Fußball / WM / Ballack / Reaktionen / 1 / Deutschland
17.05.2010 · 21:44 Uhr
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