News
 

UN wollen Armut und Hunger drastisch abbauen

Kind mit Mutter in ÄthiopienGroßansicht

New York (dpa) - Das Bekenntnis ist da, auch wenn das Geld oft noch fehlt: Auf dem Armutsgipfel der Vereinten Nationen in New York haben sich Politiker aus der ganzen Welt zur Entwicklungshilfe bekannt.

Den Menschen in den ärmsten Regionen der Erde müsse schnell und vor allem nachhaltig geholfen werden, hieß es am Montag einhellig von Staats- und Regierungschefs und Vertretern von Weltorganisationen. Zugleich wurde aber auch deutlich, dass die Bemühungen noch nicht ausreichen und durch die Wirtschaftskrise sogar zurückgeworfen wurden.

Bis zum Mittwoch wollen Staats- und Regierungschefs aus den 192 Mitgliedsstaaten eine Zwischenbilanz der sogenannten Millenniumsziele ziehen. Die UN hatten vor zehn Jahren acht Vorhaben für das Jahr 2015 formuliert, um Hunger und Armut zu bekämpfen, Mütter- und Kindersterblichkeit drastisch zu reduzieren und Bildung und Umweltschutz zu verbessern. Auch der Kampf gegen Aids ist ein Thema.

«Die Uhr tickt», sagte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, «es gibt noch viel zu tun». In den vergangenen zehn Jahren seien «mehr Erfolgsgeschichten in der Entwicklungspolitik zu feiern als je zuvor», sagte der Koreaner. «Darauf können wir stolz sein». Dennoch dürfe die Welt jetzt nicht nachlassen im Kampf gegen Armut und Krankheit.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bekannte sich am Rande des Gipfels zur Hilfe für die Dritte Welt, um in den nächsten fünf Jahren noch fast eine Milliarde Menschen aus bitterer Armut zu holen. «Es gibt Licht und Schatten», sagte sie zum «Zweidrittelgipfel» nach zehn der 15 Jahre. Asien habe gute Fortschritte gemacht, Sorgenkind sei Schwarzafrika. Merkel betonte das Ziel, dass reichere Länder wie Deutschland bis 2015 für Entwicklungshilfe 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausgeben sollen. «Wir strengen uns an.» Derzeit bringt Deutschland 0,4 Prozent auf, das sind sechs Milliarden Euro. Nach Angaben von Hilfsorganisationen hätte Deutschland in diesem Jahr bereits 0,5 Prozent leisten müssen.

Zur Finanzierung der Entwicklungshilfe hat der französische Präsident Nicolas Sarkozy eine Steuer auf Finanzgeschäfte gefordert. «Wir müssen neue Wege finden, Geld für die Ärmsten der Welt zu mobilisieren. Deshalb sollten finanzielle Transaktionen besteuert werden», sagte er. «Die Finanzwelt hat sich globalisiert. Aber wofür, frage ich, wenn sie nicht hilft, diese Welt zu stabilisieren.» Eine «kleine Steuer» auf Finanzgeschäfte sei hilfreich und gefährde die Wirtschaft nicht.

Die weltweite Wirtschaftskrise der vergangenen Jahre hat nach Angaben von Weltbankchef Robert Zoellick auch die Entwicklungshilfe zurückgeworfen. «Im letzten Jahr lag die Zahl der als arm geltenden Afrikaner um 64 Millionen höher als vor der Krise», sagte Zoellick in New York. «Aber Erfolg ist möglich, das haben wir vorher gesehen. Trotz des Rückschlags konnte die Zahl der in extremer Armut lebenden Menschen in den vergangenen Jahren drastisch gesenkt werden.»

Ohne ein globales Wirtschaftswachstum sind die Millenniumsziele nach Ansicht des Direktors des Internationalen Währungsfonds, Dominique Strauss-Kahn, zum Scheitern verurteilt. Nach der Wirtschafts- und Finanzkrise der vergangenen Jahre «müssen wir unsere Anstrengungen verdoppeln», um die im Jahr 2000 gesteckten Ziele gegen das Elend in Entwicklungsländern drastisch zu reduzieren, sagte er.

Die Millenniumsziele auf der UN-Seite

UN-Seite zum Gipfel

UN / Entwicklungspolitik
20.09.2010 · 22:19 Uhr
[4 Kommentare]

Die aktuellen Schlagzeilen

 
 

 

News-Archiv

 
Diese Woche
Letzte Woche
Vorletzte Woche
Top News

Weitere Themen