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UN rechnen mit weiterer Ausbreitung der Cholera

Zehn Monate nach dem Erdbeben mit 230 000 Toten ist Haiti mit dem Ausbruch der Cholera in eine neue Katastrophe geraten.Großansicht

New York (dpa) - Die Cholera in Haiti breitet sich nach Einschätzung der Vereinten Nationen weiter aus. «Wir versuchen nur, die Zahl der Toten einzudämmen», sagte der amtierende UN-Nothilfekoordinator für Haiti, Nigel Fisher, am Montag vor Journalisten in New York.

Nach Angaben des haitianischen Gesundheitsministeriums starben bis Montag mehr als 900 Menschen. Infiziert wurden seit Beginn der Epidemie am 19. Oktober annähernd 15 000 Menschen. Besonders gefährdet sind vor allem die Kinder in den Slums, hieß es in der Hauptstadt Port-au-Prince.

In den Slums breite sich die Seuche schneller aus als in den Aufnahmelagern der Hilfsorganisationen, die nach dem Erdbeben im Januar eingerichtet wurden. In den Lagern werde verstärkt auf sauberes Wasser und Toiletten geachtet, sagte Fisher. Auch gebe es erste Erfolge von Aufklärungskampagnen in den Lagern. Da Cholera seit Jahrzehnten in Haiti nicht mehr vorgekommen sei, wüssten viele Menschen nicht, wie sie sich am besten schützen könnten. Die Vereinten Nationen halten es für möglich, dass bis zu 200 000 Menschen an der todbringenden ansteckenden Seuche erkranken.

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) erklärte am Montag in Köln, es werde seinen Kampf gegen die Cholera in Haiti weiter verstärken. Es verdichteten sich Hinweise, dass Kinder unter 15 Jahren am stärksten betroffen seien. «Vier von zehn Kindern in Haiti haben keinen Zugang zu Toiletten», hieß es in dem Bericht. «Eines von fünf Kindern hat keinen Zugang zu sauberem Wasser.»

Gesundheit / Haiti
15.11.2010 · 20:46 Uhr
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