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UN: Opiumproduktion in Afghanistan gesunken

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Kabul (dpa) - Der Drogenanbau in Afghanistan ist im zweiten Jahr in Folge zurückgegangen, bleibt aber alarmierend. Immer noch kämen 90 Prozent des weltweiten Rohopiums, aus dem Heroin gewonnen wird, aus Afghanistan, teilte das UN-Büro für Drogen und Kriminalität (UNODC) am Mittwoch in Kabul mit.

Zugleich tragen Erlöse aus dem Anbau und Handel von Drogen maßgeblich zur Finanzierung des Aufstands der Taliban besonders im Süden des Landes bei. Drogengeschäfte «bringen jenen bedeutende Mengen an Geld ein, die das Gelände kontrollieren, und das sind die Taliban im Süden», sagte UNODC-Chef Antonio Maria Costa. Anti-Drogen-Minister General Khodaidad sagte, 20 der 34 afghanischen Provinzen seien inzwischen frei von Drogenanbau.

Nach einem stetigen Anstieg nach dem Sturz der Taliban war der Anbau von Schlafmohn, aus dem das Rohopium gewonnen wird, im vergangenen Jahr erstmals zurückgegangen. Der Trend setzte sich in diesem Jahr fort. «In einer Zeit des Pessimismus über die Lage in Afghanistan sind diese Ergebnisse gute Nachrichten», sagte Costa. Sie bewiesen, dass Fortschritt möglich sei. Die Anbaufläche sei 2009 im Vergleich zum Vorjahr um 22 Prozent gesunken, hieß es in dem UNODC-Bericht. Die Opiumproduktion habe allerdings nur um zehn Prozent auf 6900 Tonnen abgenommen, da die Bauern die Effizienz steigern und mehr Opium pro Schlafmohn-Pflanze gewinnen konnten.

Der Opiumpreis ist laut UNODC auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren gefallen. Das Einkommen afghanischer Schlafmohnbauern sei von 730 Millionen Dollar 2008 auf nunmehr 438 Millionen Dollar gesunken. Neben dem fallenden Opium- und dem gleichzeitig gestiegenen Getreidepreis führten die UN den Rückgang der Produktion auch auf «robustere Anti-Drogen-Operationen» der afghanischen und ausländischen Truppen zurück. Außerdem hätten die Anstrengungen einiger afghanischer Gouverneure dazu beigetragen, dass der Anbau von Schlafmohn zurückgegangen sei.

Das Vernichten von Schlafmohnfeldern zeige dagegen weiterhin keine Erfolge, sagte Costa. In den vergangenen zwei Jahren seien «unter enormen menschlichen und wirtschaftlichen Kosten» weniger als vier Prozent der Anbaufläche vernichtet worden. Costa forderte mehr Unterstützung für Bauern, die sich vom Schlafmohnanbau abwenden. Nicht nur der militärische Einsatz, auch die ländliche Entwicklung müsse vorangetrieben werden. Drogengelder finanzierten Terroristen in Afghanistan und weltweit. «Zweckgemeinschaften von Aufständischen und kriminellen Gruppen lassen in Afghanistan Drogen-Kartelle mit Beziehungen zu den Taliban entstehen.»

Costa warnte vor einer «tickenden Zeitbombe». Vermutlich mehr als 10 000 Tonnen Opium - das doppelte des weltweiten Verbrauchs - würden an unbekannten Orten gehortet, ohne dass die Drogen auf dem Markt erschienen. «Wo ist es, wer hortet es, und warum?», fragte der UNODC-Chef. Geheimdienste müssten diese Fragen aufklären, bevor die Drogen «eine Quelle für ein potenziell teuflisches Szenario werden». Der Bericht war bereits am Dienstag vorab mit Sperrfrist an Medien verbreitet worden. Am Mittwoch äußerten sich Costa und Khodaidad persönlich vor Journalisten in Kabul.

UN / Kriminalität / Drogen / Afghanistan
02.09.2009 · 15:29 Uhr
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