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UN: Nordkorea exportiert Atomraketen in den Iran

Nordkorea zeigt bei einer Militärparade seine Raketen. (Archivbild vom 10.10.2010)Großansicht

New York (dpa) - Nordkorea exportiert nach Angaben der Vereinten Nationen für nukleare Sprengköpfe geeignete Raketen in den Iran und andere Krisengebiete.

Pjöngjang sei «aktiv beteiligt an der Ausfuhr kompletter Raketensysteme, Bauteilen und Technologie an zahlreiche Kunden im Nahen und Mittleren Osten und in Südasien», heißt es in einem Expertenbericht, der am Dienstag dem UN-Sicherheitsrat in New York vorgelegt wurde. Als Transitland wird in dem Bericht China genannt. Der chinesische Experte verweigerte seine Unterschrift unter den Bericht - ein einzigartiger Vorfall.

«Wir sind sehr besorgt angesichts des andauernden nordkoreanischen Nuklearprogramms und der von Pjönjang betriebenen Proliferation», sagte der deutsche UN-Botschafter Peter Wittig nach der Sitzung. «Nordkorea verletzt nach wie vor Resolutionen des Sicherheitsrates.» Der Bericht der Expertengruppe sei wertvoll. «Er muss jetzt zügig in den zuständigen Gremien beraten werden. Die Umsetzung der Sanktionen braucht Transparenz, weshalb der Bericht aus unserer Sicht anschließend auch veröffentlicht werden sollte.»

Nach diesem Bericht wurden die Waffen mit regulären Flügen der staatlichen Fluggesellschaften Air Koryo und Iran Air transportiert. Das kommunistische Regime in Nordkorea baue seit den 1970er Jahren ballistische Raketen. Inzwischen sei die neue Klasse der Nodong-Flugkörper so gut, dass sie Ziele in 1300 Kilometern Entfernung bekämpfen könnten. Der Devisenbedarf des Regimes sei so groß, dass Nordkorea nicht vor dem von den UN und durch zahlreiche Verträge verbotenen Handel zurückschrecke.

Nach Atombombentests in den Jahren 2006 und 2009 hatten die Vereinten Nationen Sanktionen gegen Nordkorea erlassen. Kernpunkt der Strafmaßnahmen ist ein Handelsverbot für alle Waren, die zum Bau von Kernwaffen genutzt werden könnten. Im Februar hatte eine UN-Expertengruppe festgestellt, dass Nordkorea offenbar weiter fortgeschrittene Atomanlagen hat als bislang bekannt. Demnach könne das international isolierte Land seit mindestens einem Jahrzehnt Uran anreichern - zu zivilen, aber auch militärischen Zwecken. Dafür muss Nordkorea, trotz der UN-Sanktionen, Hilfe von außen gehabt haben.

UN / Sanktionen / Nordkorea / Iran
17.05.2011 · 20:38 Uhr
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