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UN-Kommission wirft Israel und Hamas Kriegsverbrechen vor

New York (dts) - Sowohl die israelische Armee als auch die radikalen Hamas-Milizen sollen während des Gazakriegs im vergangenen Dezember und Januar Kriegsverbrechen und möglicherweise auch Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen haben. Das geht aus einem Bericht der zuständigen UN-Kommission hervor, der vom UN-Menschenrechtsrat in Auftrag gegeben worden war. "Die Kommission ist zu dem Schluss gekommen, dass die israelische Armee Handlungen begangen hat, die Kriegsverbrechen und in einzelnen Fällen eventuell auch Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellen", so der Chef der Kommission Richard Goldstone. Obwohl ein Großteil der beanstandeten Fälle von israelischer Seite verübt worden seien, hätten sich die Kommissionsmitglieder bemüht, ausgewogen zu formulieren, so Goldstone weiter. So sei beispielsweise auch der Raketenbeschuss Israels durch die Hamas als Kriegsverbrechen zu werten. Insgesamt seien laut UN-Bericht im Gazastreifen mehr als 1.400 Personen getötet und unter anderem Schulen, Krankenhäuser, Fabriken und Wohnhäuser zerstört worden. Mehr als 50.000 Einwohner des Gazastreifens wurden durch den Krieg obdachlos. Im Vorfeld des Berichts hatte die Kommission 188 Personen befragt und etwa 10.000 Dokumente wie Schriften, Videoaufnahmen und Fotos geprüft. Das israelische Außenministerium zeigte sich "schockiert und enttäuscht" angesichts des Berichts und verwies auf das "Recht auf Selbstverteidigung". Der komplette 574-seitige Bericht wird am 29. September in Genf offiziell vorgestellt.
USA / Israel / Palästina / Gaza / Krieg
16.09.2009 · 12:51 Uhr
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