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UN: Globale Gefängniskrise verschlimmert Aids-Verbreitung

Symbol der HIV-Krankheit: Die Aids-SchleifeGroßansicht

Wien (dpa) - Die menschenunwürdigen Zustände in den meisten Gefängnissen weltweit fördern nach Ansicht der Vereinten Nationen die Ausbreitung von Aids.

Die meisten der weltweit zehn Millionen Gefangenen hätten keinen Zugang zu ausreichender Gesundheitsversorgung und müssten unter erbärmlichsten Bedingungen leben, sagte der Menschenrechtsexperte und unabhängige Berichterstatter der UN für Folter und unmenschliche Bestrafung, Manfred Nowak, am Freitag bei der Weltaidskonferenz in Wien. Eine Lobby fehle den Häftlingen jedoch: «Es gibt kein Mitgefühl für Menschen hinter Gittern.»

In Gefängnissen sei die Rate der HIV-Infektionen deutlich höher als in der Normalbevölkerung: In der Ukraine sind nach Schätzungen 1 bis 2 Prozent der Bevölkerung mit HIV infiziert, in den dortigen Gefängnissen sind es bis zu 30 Prozent der Insassen. In Südafrika stehen 18 Prozent infizierte Einwohner bis zu 41 Prozent angesteckten Häftlingen gegenüber. Ihnen müsse man mit Informationen, HIV-Tests, Kondomen und Spritzentausch- und Substitutionsprogramme helfen, forderte Nowak. Denn Drogen- und sexfreie Gefängnisse gebe es nicht. «Insassen mit HIV haben dieselben Rechte auf Behandlung wie andere auch», sagte Nowak. Weltweit hätten aber bisher nur elf Länder - die meisten in Europa - Spritzentauschprogramme für Abhängige.

Rund 30 Millionen Menschen werden nach Nowaks Worten jährlich aus Gefängnissen entlassen oder in solche eingewiesen. Behandelt man diese Menschen nicht im Gefängnis, so könne sich die Krankheit besonders gut ausbreiten.

Gesundheit / AIDS / International
23.07.2010 · 14:14 Uhr
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