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UN-Chef mahnt zu Solidarität mit Flüchtlingen

Eine Mutter mit einem ihrer Kinder in einem Flüchtlingslager in der Krisenregion Nord-Darfur im Sudan. (Archivbild)Großansicht
New York/Genf (dpa) - UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat zu internationaler Solidarität mit den Millionen Flüchtlingen auf der ganzen Welt aufgerufen. Das sei vor allem wichtig zu einer Zeit, in der die wirtschaftliche Krise starken Druck auf die Budgets für humanitäre und Entwicklungshilfe ausübe.

Es gebe vor allem große Lücken bei den Grundbedürfnissen wie Unterkunft, Gesundheitsversorgung, Ausbildung, Nahrung, sauberes Wasser, Hygiene und dem Schutz vor Gewalt und Missbrauch, sagte der UN-Chef am Freitag in New York in einer Erklärung zum heutigen Weltflüchtlingstag. Die Vereinten Nationen senden heute live im Internet Bilder aus Flüchtlingslagern auf drei Kontinenten.

«Das Motto des diesjährigen Weltflüchtlingstags, "Echte Menschen, echte Probleme", unterstreicht wie viel die Flüchtlinge verloren haben - sogar ihre Heimatländer - und wie sehr die humanitäre Gemeinschaft ihnen helfen muss», so Ban.

Mit den Live-Bildern aus Flüchtlingscamps im Internet solle zum Weltflüchtlingstag auf die Lage vertriebener Menschen hingewiesen werden, teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Freitag in Genf mit. Die Übertragung von Webcams in Lagern im Irak, in Pakistan und in Afrika soll um 16.00 Uhr MESZ starten und zwölf Stunden auf der Homepage des UN-Flüchtlingshilfswerks zu sehen sein. In einer Kooperation mit Google Earth sollen sich Besucher der Website virtuell einen Eindruck vom Zustand verschiedener Flüchtlingslager machen können.

Weltweit sind nach UN-Schätzungen 42 Millionen Menschen auf der Flucht. Der Weltflüchtlingstag will mit Aktionen rund um den Globus auf ihre schwierige Situation hinweisen. Unter anderem sollen in Australien in einem Fußballspiel Flüchtlinge aus Myanmar gegen Heimatlose aus dem Sudan antreten.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) betonte, Deutschland werde auch weiterhin seinen Beitrag leisten, damit die von Krieg und Gewalt Vertriebenen Schutz vor Verfolgung und die nötige Hilfe für ein Überleben in Würde erhielten. Wichtig sei aber auch die Bekämpfung der Ursachen und Folgen von Flucht und Vertreibung. «Die Not von 42 Millionen Menschen auf der Flucht kann uns nicht gleichgültig lassen.»

Die Hilfsorganisation Pro Asyl rief die Bundesregierung zur Solidarität mit den EU-Staaten an der Südküste Europas auf. Deutschland müsse besonders Schutzbedürftige aus Malta und Griechenland großzügig aufnehmen, hieß es in einer Erklärung von Pro Asyl in Frankfurt. Die Korrekturen bei der innereuropäischen Verteilung von Bootsflüchtlingen seien «Kosmetik». Wer zuschaue, wie die kleineren EU-Staaten mit immer härteren Methoden gegen Bootsflüchtlinge vorgingen, trage eine Mitverantwortung für die «Brutalisierung» an den Außengrenzen der EU.

UN / Flüchtlinge
20.06.2009 · 09:11 Uhr
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