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UN-Chef fordert Reform des globalen Finanzsystems

UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon hebt die Rolle des Journalismus hervor (Archivbild).Großansicht
New York (dpa) - Zur Eröffnung einer Wirtschafts- und Finanzkonferenz der Vereinten Nationen hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon eine Reform des globalen Finanzsystems gefordert.

«Die Weltinstitutionen, die vor Generationen geschaffen wurden, müssen berechenbarer, repräsentativer und wirksamer werden», sagte Ban in New York vor hochrangigen Vertretern aus rund 140 Ländern in New York. «Lassen Sie uns mehr Fairness bei der Führung der Weltinstitutionen sicherstellen.»

Die amerikanische UN-Botschafterin Susan Rice versicherte, die Vereinigten Staaten seien bereit, multilaterale Bemühungen zu unterstützen. «Wir haben eine wirtschaftliche und moralische Verpflichtung, unsere Hand auszustrecken und den anderen Ländern zu helfen», sagte sie.

Ban appellierte an die Industriestaaten, die vom Einbruch der Weltwirtschaft besonders betroffenen Entwicklungsländer mehr zu unterstützen. «Die gegenwärtige Krise kann keine Entschuldigung sein, von bisherigen Zusagen abzurücken», sagte er. Zunehmende Armut, Arbeitsplatzverlust und Klimawandel müssten gemeinsam bekämpft werden. «Das ist kein Almosen, das ist kein Luxus - das ist ein Entwicklungserfordernis.»

Der Präsident der UN-Vollversammlung, Miguel d'Escoto Brockmann, der die dreitägige Konferenz einberufen hatte, warnte vor einer «sozialen und humanitären Tragödie» als möglicher Folge der Krise. D'Escoto, ein früherer Priester und Außenminister der linksgerichteten sandinistischen Regierung in Nicaragua, erhob schwere Vorwürfe gegen eine «unverantwortliche, aber mächtige Minorität», die die Finanzkrise hervorgerufen habe und sie nun die Mehrheit der Weltbevölkerung ausbaden lasse.

Die Konferenz in New York ist als Alternative zu den G8- und G20-Gipfeln gedacht und soll auch den Entwicklungsländern eine Plattform zur Mitsprache geben. Die Teilnehmerstaaten hatten sich erst am Dienstag in letzter Minute nach wochenlangem Ringen auf den Entwurf für eine Abschlusserklärung geeinigt.

Darin werden eine Reform des globalen Wirtschafts- und Finanzsystems und mehr Verantwortung für die Vereinten Nationen gefordert. Keiner der Industriestaaten ist mit einem Staats- oder Regierungschef bei der Konferenz vertreten. Für Deutschland nimmt Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) an dem Treffen teil. Sie spricht an diesem Donnerstag.

Österreich, das auch dem UN-Sicherheitsrat angehört, bewertet den Abschlusskompromiss positiv. «Unter dem Strich bringt uns das Papier einen Schritt voran - nicht einen großen Schritt, aber einen Schritt», sagte der österreichische Finanzstaatssekretär Reinhold Lopatka der Deutschen Presse-Agentur dpa am Rande der Konferenz. Wichtig sei besonders das Festhalten an den UN-Entwicklungszielen und an einer nachhaltigen Umweltpolitik trotz der Wirtschaftskrise.

UN / Weltwirtschaft
24.06.2009 · 19:33 Uhr
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