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UN-Atombehörde: Iran beschleunigt Anreicherung

Irans Präsident Ahmadinedschad (r.) bei einem Besuch der Uran-Anreicherungsanlage in Natans (Archivfoto vom 15.02.2006).Großansicht
Wien (dpa) - Der Iran hat in den vergangenen drei Monaten weitere 1000 Gaszentrifugen zur Urananreicherung in seinem Atomzentrum Natans in Betrieb genommen und bisher knapp 1,4 Tonnen niedrig angereichertes Uran produziert. Das sind knapp ein Drittel mehr als noch vor drei Monaten.

Gleichzeitig hat Teheran in den vergangenen Monaten nichts dazu beigetragen, bisher noch fehlende Angaben zu seinem früheren, geheim gehaltenen Atomprogramm zu machen. Dies geht aus einem Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA hervor, den IAEA-Chef Mohammed el Baradei am Freitag dem UN-Sicherheitsrat übermittelte. In dem Bericht wird auch Syrien erwähnt.

Dem Report zufolge hat Teheran ungeachtet aller Bemühungen um eine Verhandlungslösung im seit sechs Jahren andauernden Atomstreit mit der internationalen Gemeinschaft inzwischen 4920 Gaszentrifugen in Natans in Betrieb genommen. Das sind knapp 1000 mehr als im Februar dieses Jahres, heißt es in dem IAEA-Bericht, der der Deutschen Presse-Agentur dpa vorliegt. Techniker haben weitere 2301 Zentrifugen installiert, die jedoch noch nicht einsatzfähig sind. Die zusätzliche Produktion von angereichertem Uran sei vermutlich auf die höhere Zahl von operativen Gaszentrifugen zurückzuführen, schließt der IAEA-Bericht.

Der UN-Sicherheitsrat hatte in den vergangenen Jahren insgesamt vier Resolutionen beschlossen, in denen Teheran zur Aussetzung der Urananreicherung aufgefordert wurde. In drei Resolutionen sind auch zahlreiche Sanktionen gegen Teheran enthalten, die dem Land inzwischen bereits spürbaren Schaden zugefügt haben.

Die internationale Gemeinschaft verdächtigt den Iran, den Besitz von Atomwaffen anzustreben. Zum Bau von Atomwaffen ist hoch angereichertes Uran notwendig, das theoretisch in Natans hergestellt werden könnte. Die iranische Regierung hat solche Pläne bisher energisch bestritten.

US-Präsident Barack Obama strebt direkte Verhandlungen mit dem Iran zur Beendigung des Konflikts an. Obama hatte in seiner Rede in der Universität von Kairo am Donnerstag Teherans Recht auf die friedliche Nutzung von Atomenergie bestätigt, sich jedoch gegen dessen atomare Aufrüstung ausgesprochen. Weltweit rechnen Beobachter nicht mit einer Aufnahme eines Dialogs vor dem Abschluss der iranischen Präsidentschaftswahlen voraussichtlich im Juli.

Inspekteure der IAEA haben dem Bericht zufolge auch bei einem Versuchsreaktor in Damaskus Spuren von verarbeitetem Uran gefunden, die nicht an diesem Ort hergestellt worden sind. Bereits in den vergangenen zwei Vierteljahresberichten hatte die IAEA auf Uranfunde in Syrien hingewiesen, die den Verdacht auf heimliche Atomaktivitäten des Landes bestärken könnten.

Atom / IAEA / Iran
05.06.2009 · 20:09 Uhr
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