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Umweltbundesamt: Fluglärm lange unterschätzt

Dessau (dpa) - Das Umweltbundesamt und die Grünen verlangen zum Schutz vor Lärm eine bessere Organisation des Flugverkehrs in Deutschland. Aus Sicht des Umweltbundesamts (UBA) wurde Lärm als Umweltproblem lange unterschätzt.

«Tatsächlich sind die gesundheitlichen Auswirkungen von Lärm enorm», sagte UBA-Präsident Jochen Flasbarth nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zum Frankfurter Flughafen am Mittwoch. Das Gericht hatte ein Nachtflugverbot bestätigt.

Flugverkehr müsse so organisiert werden, dass die negativen Auswirkungen minimiert werden, forderte Flasbarth. Deutschland als Industrieland mit seiner zentralen Lage werde nicht gänzlich auf Nachtflüge verzichten können. «Aber nicht alles ist überall erforderlich. Hier muss gute Planung ansetzen», sagte Flasbarth. Das Umweltbundesamt hält an stadtnahen Flughäfen generell ein Nachtflugverbot von 22.00 bis 6.00 Uhr für notwendig.

Die Grünen im Bundestag verlangten gesetzliche Nachbesserungen. Das Luftverkehrsgesetz enthalte weder Grenzwerte für Fluglärm noch Maßgaben für eine lärmoptimierte Routenplanung. Das Fluglärmgesetz regele nur nachsorgenden Schallschutz an Gebäuden. «Die Durchsetzung der Nachtruhe kann nicht länger Aufgabe der Gerichte sein», sagten die Abgeordneten Stephan Kühn und Daniela Wagner laut Mitteilung.

Luftverkehr / Prozesse / Urteile / Reaktionen
04.04.2012 · 18:00 Uhr
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