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Umfragen: SPD verliert nach Europawahl weiter

Die eine lächelt, der andere wirkt frustriert: Bundeskanzlerin Angela Merkel ist beliebter als ihr Herausforderer Frank-Walter Steinmeier.Großansicht
Mainz/Berlin (dpa) - Der Abwärtstrend für die SPD in der Wählergunst ist laut Umfragen auch nach dem Debakel bei der Europawahl nicht gestoppt.

Bei der Sonntagsfrage verlieren die Sozialdemokraten sowohl im ZDF-«Politbarometer» (minus 3 Prozentpunkte) als auch im ARD-«Deutschlandtrend» (minus 2 Punkte) und kommen übereinstimmend auf 25 Prozent. Die Union könnte dagegen zulegen, wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre: auf 37 Prozent (plus 1) beim ZDF und auf 36 Prozent (plus 2 Punkte) bei der ARD.

Nach der am Freitag veröffentlichten Erhebung der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF (1343 Befragte vom 8. bis 10. Juni) erreicht die FDP 13 Prozent (plus 1 im Vergleich zu Ende Mai), die Linke 8 Prozent (minus 1), die Grünen kommen auf 11 Prozent (plus 1). In der aktuellen politischen Stimmung, in der anders als bei der Sonntagsfrage längerfristige Überzeugungen und Bindungen an die Parteien nicht so zum Tragen kommen, stürzt die SPD sogar um 8 Punkte auf 22 Prozent.

Bei der am Donnerstag veröffentlichten Umfrage von Infratest dimap für das ARD-«Morgenmagazin» (1500 Befragte am 8./9. Juni) bleibt die FDP bei 14 Prozent, die Linke büßt im Vergleich zum Vormonat einen Punkt ein und kommt auf 9 Prozent. Die Grünen erreichen 13 Prozent (plus 2). Damit läge das bürgerliche Lager bei der Bundestagswahl bei 50 Prozent. Von einer schwarz-gelben Koalition als Ergebnis der Wahl sind bislang knapp zwei Drittel der Deutschen überzeugt.

Wäre der Bundeskanzler direkt wählbar, würden sich laut ARD 60 Prozent (ZDF 58 Prozent) für Amtsinhaberin Angela Merkel (CDU) entscheiden, für ihren Herausforderer Frank-Walter Steinmeier (SPD) hingegen nur etwa die Hälfte (ARD 27 Prozent, ZDF 29 Prozent). Merkels Vorsprung vor ihrem Herausforderer war laut ARD noch nie so groß. Vier von fünf Deutschen halten Merkel zudem für kompetent. Mit ihrer Arbeit sind 68 Prozent der Menschen zufrieden, mit der von Vizekanzler Steinmeier 63 Prozent. Auf Platz drei folgt Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) mit 61 Prozent (plus 10 Punkte). Dies ist laut ARD der beste Wert, den je ein Wirtschaftsminister beim «Deutschlandtrend» erreicht hat.

Auf der ZDF-Liste der nach Meinung der Befragten zehn wichtigsten Politiker liegt Merkel weiterhin auf Platz eins. Sie kommt auf einen Durchschnittswert von 2,0. Wirtschaftsminister Guttenberg verbessert sich deutlich und erreicht ebenfalls 2,0 (Ende Mai 1,5). Die heftige Kritik von SPD-Politikern in der Frage staatlicher Hilfen hat ihm demnach nicht geschadet. Auf der Liste folgt mit deutlichem Abstand Außenminister Steinmeier, der ebenso wie Finanzminister Peer Steinbrück auf 1,1 kommt. Der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering wird mit nur noch 0,5 (Ende Mai 0,9) beurteilt.

In der Frage finanzieller Hilfen des Staates für den Arcandor- Konzern, zu dem auch Karstadt und Quelle gehören, ist sich die Bevölkerung weitgehend einig: 77 Prozent sind dagegen.

Umfragen / Parteien
12.06.2009 · 14:07 Uhr
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