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Umfrage: SPD sinkt erstmals unter 20 Prozent

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel.Großansicht
Berlin (dpa) - Die SPD ist nach der Wahl von Sigmar Gabriel zum neuen Parteivorsitzenden in einer Forsa-Umfrage erstmals unter die 20-Prozent-Marke gerutscht.

In dem am Mittwoch veröffentlichten «Stern-RTL-Wahltrend», der in der Woche nach dem Dresdener Parteitag erhoben wurde, sackten die Sozialdemokraten im Vergleich zur Vorwoche um einen Punkt auf 19 Prozent ab. Das ist der niedrigste Wochenwert, den Forsa je für die SPD gemessen hat. Damit liegt die Partei vier Punkte unter ihrem Bundestagswahlergebnis, als sie mit 23 Prozent ihr schlechtestes Resultat in der Geschichte der Bundesrepublik einfuhr.

In einer anderen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» kann die SPD hingegen mit 23 Prozent rechnen, wenn kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre. Die Zahlen wurden größtenteils vor dem SPD- Parteitag erhoben. Die Union kommt laut Allensbach derzeit auf 35 Prozent, die FDP verharrt bei 14, die Linke verliert 0,5 Punkte auf 11,5 Prozent, die Grünen gewinnen leicht und landen bei 11 Prozent.

In der Forsa-Umfrage profitieren von der Schwäche der SPD unter anderem die Grünen, die um einen Punkt auf 13 Prozent steigen. Die Union legt um einen Punkt auf 37 Prozent zu, die FDP fällt um einen Punkt auf 12 Prozent. Ungeachtet der Spekulationen um die Zukunft des erkrankten Parteichefs Oskar Lafontaine würden sich wie in den Wochen zuvor 12 Prozent der Wähler für die Linke entscheiden. Für «sonstige Parteien» würden 7 Prozent stimmen.

Trotz seiner umjubelten Antrittsrede auf dem Dresdner Parteitag Mitte November punktet der neue SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel bei den Wählern nicht. Auf die Frage, wen sie direkt zum Kanzler wählen würden, entschieden sich nur 19 Prozent für Gabriel, 60 Prozent zogen Amtsinhaberin Angela Merkel (CDU) vor. Damit schnitt Gabriel schlechter ab als der damalige Parteichef Kurt Beck, der zu Beginn seiner Amtszeit im Mai 2006 auf eine Zustimmung von 25 Prozent kam.

Forsa-Chef Manfred Güllner sagte, Parteichef Gabriel habe «für die Menschen noch keine Konturen». Alarmierend für Gabriel sei, dass sich nur 15 Prozent der Jüngeren (18- bis 29-Jährige) für ihn entscheiden würden. Und nur 46 Prozent der SPD-Wähler würden ihn zum Kanzler wählen. Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier habe dagegen derzeit noch 54 Prozent der SPD-Wähler hinter sich.

Der stellvertretende Linkspartei-Chef Klaus Ernst sagte zu den weiterhin schlechten SPD-Werten: «Die Partei hat sich so oft gedreht und gewendet, dass sie überhaupt kein erkennbares Profil mehr hat.» Der Kurswechsel auf dem Dresdner Parteitag sei nicht glaubwürdig gewesen. «Die SPD spielt Opposition, und das merken die Menschen. Erst wenn sie sich wirklich von den unsozialen Irrwegen der Agenda 2010 löst und einen echten Wechsel an der Führung herbeiführt, hat sie wieder eine Chance», sagte Ernst.

Parteien / Umfragen
25.11.2009 · 13:38 Uhr
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