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Umfrage: Deutsche haben keine Angst vor Jobverlust

Berlin (dts) - Die Deutschen blicken im Bezug auf Job und Wirtschaft optimistisch ins neue Jahr: Trotz Euro-Schuldenkrise und trüber Konjunkturaussichten machen sich die Bundesbürger kaum Sorgen um ihren Arbeitsplatz, zudem sind sie mit ihrer finanziellen Situation und ihrem allgemeinen Lebensstandard überwiegend zufrieden. Das geht aus einer aktuellen Verbraucherumfrage der Wirtschaftsberatungsgesellschaft Ernst&Young hervor, die der Tageszeitung "Die Welt" (3. Januar) exklusiv vorliegt. "Die Verbraucher in Deutschland stemmen sich tapfer gegen den Schwall düsterer Konjunkturprognosen", kommentierte Umfrageleiter Thomas Harms.

Von einer Krise sei im Alltag der Menschen derzeit nichts zu spüren. Fast 90 Prozent der insgesamt 2.000 befragten Verbraucher halten den eigenen Arbeitsplatz für sicher. Damit bleibt das gute Gefühl aus dem konjunkturstarken Vorjahr erhalten. 2008 und 2009 dagegen hatte noch jeweils jeder fünfte Bundesbürger Angst um seinen Arbeitsplatz. Am unsichersten sind derzeit noch Geringverdiener mit einem Haushaltseinkommen von weniger als 25.000 Euro pro Jahr. Diesem Sicherheitsgefühl entsprechend liegt auch die Bewertung der eigenen finanziellen Lage aktuell auf einem hohen Niveau. 37 Prozent der Verbraucher bezeichnen sie als positiv, 51 Prozent als zumindest gleich und nur zwölf Prozent beklagen eine schlechte finanzielle Situation. Für die kommenden Monate rechnet die Mehrheit der Verbraucher dann mit einem gleichbleibenden Haushaltseinkommen. Immerhin jeder Fünfte aber geht davon aus, dass ihm im neuen Jahr mehr Geld zur Verfügung stehen wird. Dabei rechnen zum einen die jungen Verbraucher unter 35 Jahren überdurchschnittlich oft mit Gehaltssteigerungen. Zum anderen erwarten Personen mit einem Nettoeinkommen von über 50.000 Euro häufig weitere Zuwächse. "Der private Konsum könnte also im Jahr 2012 eine wichtige Stütze der deutschen Wirtschaft sein", sagte Harms. Allerdings gibt es erste Anzeichen, dass die Verbraucher bereits vorsichtiger werden. So zeigt die Befragung, dass jeder Zweite bei größeren Einzelanschaffungen sparen will, also etwa beim Kauf eines Autos oder einer Küche. Kürzer treten wollen die Deutschen zudem bei den Ausgaben für Urlaub und Freizeit sowie bei Restaurantbesuchen. Als Grund nannte Harms die Angst vor weiter steigenden Energiepreisen und die Unsicherheit durch die europäische Schuldenkrise. Das anhaltende Gezerre um die Euro-Rettung führe dementsprechend auch zu einer pessimistischen Einschätzung der aktuellen Wirtschaftslage in Deutschland: Schon 40 Prozent der Befragten glauben an eine Verschlechterung. Im Vorjahr sahen lediglich 25 Prozent schwarz für die heimische Wirtschaft. Damit nähert sich dieser Wert wieder dem des Krisenjahres 2008.
DEU / Gesellschaft / Arbeitsmarkt
02.01.2012 · 15:42 Uhr
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