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Umfrage: 46 Prozent halten EU für Nachteil

Berlin (dts) - Fast jeder zweite Bundesbürger (46 Prozent) ist laut einer repräsentativen Emnid-Umfrage für "Bild am Sonntag" der Meinung, dass es Deutschland ohne die Europäische Union besser ginge. 45 Prozent der Befragten glauben, dass Deutschland ohne die EU schlechter da stünde. Besonders groß ist der EU-Pessimismus bei SPD-Wählern: 51 Prozent von ihnen sehen die EU-Mitgliedschaft als Nachteil für Deutschland.

Auch nach den Beschlüssen des Brüsseler Euro-Gipfels macht sich eine Mehrheit der Deutschen Sorgen um die Gemeinschaftswährung. 51 Prozent schätzen die Zukunft des Euro negativ ein. Nur 44 Prozent der Bundesbürger glauben an eine positive Entwicklung der Währung. Trotz dieser skeptischen Einstellung gegenüber der EU erwartet eine deutliche Mehrheit von 60 Prozent kein Auseinanderbrechen der Europäischen Union, lediglich ein Drittel der Befragten geht davon aus. Auch die Zukunftsaussichten für Europa sieht eine Mehrheit von 68 Prozent der Befragten positiv, lediglich 31 Prozent geben eine negative Prognose für ihren Kontinent ab. Bei der Frage, wie ein Europa der Zukunft institutionell ausgestaltet werden müsste, sind die Bundesbürger höchst uneinig: 28 Prozent fordern eine gemeinsame europäische Regierung. 26 Prozent wünschen sich mehr Macht für die Nationalstaaten, 44 Prozent wollen den Status quo beibehalten. Die Identität der Deutschen ist zu großer Mehrheit nationalstaatlich geprägt: 75 Prozent fühlen sich in erster Linie als Deutsche, lediglich 23 Prozent bezeichnen sich vorrangig als Europäer. Die Einführung eines EU-Passes für alle Europäer würden allerdings 53 Prozent der Deutschen begrüßen, während 45 Prozent ein gemeinsames Ausweisdokument ablehnen. Emnid-Chef Klaus-Peter Schöppner diagnostiziert bei den Deutschen eine Verunsicherung: "Was Europa und den Euro angeht, gibt es in der Bevölkerung eine große Unsicherheit. Das zeigt sich darin, dass die Deutschen in vielen Fragen hin- und hergerissen sind. Einerseits wissen die Bürger, dass Deutschland als Exportnation vom Wirtschaftsraum profitiert. Andererseits ist die Angst groß, als starkes Land für die schwachen Staaten zahlen zu müssen." Emnid befragte am vergangenen Donnerstag und Freitag insgesamt 1001 Personen.
DEU / EU / Gesellschaft
11.12.2011 · 02:00 Uhr
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