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Übergangsregierung: Gaddafi erst nach Ankunft in Krankenhaus gestorben

Misrata (dts) - Der gestürzte Machthaber Muammar al-Gaddafi soll erst nach Ankunft im Krankenhaus in Misrata gestorben sein, weil er viel Blut verloren habe. Der Chef der Übergangsregierung, Mahmud Dschibrilo, sagte am späten Donnerstagabend nach Angaben des Nachrichtensenders Al-Dschasira in Tripolis, dass Gaddafi somit nicht von den Kämpfern zu Tode geprügelt worden sei. Die tödlichen Verletzungen zog sich der Ex-Diktator zu, als ihn Revolutionstruppen auf einem Pritschenwagen von Sirte in die Stadt Misrata bringen wollten und auf dem Weg unter Beschuss geraten seien.

Zuvor hatten sie den ehemaligen Machthaber in einem Wasserrohr aus Beton gefunden. Daraufhin sei Gaddafi ihnen mit einer Pistole in der Hand entgegengetreten. Dschibril habe weiter erklärt, Ärzte hätten DNA-Proben genommen, bevor die Leiche des Ex-Diktators zur Beerdigung freigegeben worden sei. Er solle schon bald nach islamischem Ritus an einem unbekannten Ort bestattet werden, hieß es weiter. Die Menschen in Libyen feierten den Tod Gaddafis frenetisch. "Es stimmt wirklich, ja, er ist tot, es stimmt wirklich, alle sind auf der Straße, alle feiern", jubelte Mohammed al-Ghannai, ein Mitglied des Kommandos der Revolutionsarmee in West-Tripolis. Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach in Berlin von einem Schlussstrich unter dem Regime Gaddafi. Es sei ein wichtiger Tag für die Libyer. "Damit geht ein blutiger Krieg zu Ende, den Gaddafi gegen sein eigenes Volk geführt hat", so die Kanzlerin. Der Weg sei nun endgültig frei für einen politischen Neuanfang in Frieden. UN-Generalsekretär Ban rief die Kämpfer in Libyen auf beiden Seiten auf, ihre Waffen niederzulegen. Am Freitag will der Nato-Rat auf einer Sondersitzung den Militäreinsatz in Libyen voraussichtlich für beendet erklären.
Libyen / Militär / Weltpolitik
20.10.2011 · 23:36 Uhr
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