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Über 70 Tote bei Bombenanschlag im Irak

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Kirkuk (dpa) - Bei dem schwersten Bombenanschlag im Irak seit mehr als einem Jahr sind in der Nähe der Erdölstadt Kirkuk über 70 Menschen ums Leben gekommen.

Ein mit Sprengstoff beladener Lastwagen explodierte am Samstag in der Nähe einer schiitischen Moschee in Tasa rund 30 Kilometer südlich von Kirkuk, berichtete ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur dpa. Über 200 Menschen wurden verletzt. In Tasa leben vor allem Angehörige der turkmenischen Minderheit. Dutzende von Lehmhütten und Häusern wurden durch die gewaltige Explosion zerstört.

Der Anschlag löste kurz vor dem Abzug der amerikanischen Truppen aus irakischen Städten große Besorgnis vor einer neuerlichen Zuspitzung der Sicherheitslage aus. Der Abzug der US-Soldaten soll bis zum 30. Juni abgeschlossen sein. Offiziell bekannte sich niemand zu dem Anschlag. Nach einem Bericht der britischen BBC sprechen die Behörden von Hinweisen auf das Terrornetzwerk El Kaida als Urheber.

Der irakische Präsident Dschalal Talabani verurteilte den Anschlag. Er habe das Ziel, «den brüderlichen Dialog mit den irakischen Turkmenen aus der Bahn zu bringen». Die Angehörigen der Toten sollten jeweils 1000 Dollar Entschädigung erhalten, die der Verletzten 300 Dollar.

Noch am Donnerstag hatte der irakische Regierungschef Nuri al- Maliki in einer Rede an die turkmenische Minderheit den Abzug der US- Truppen aus irakischen Städten als «großen Sieg» gefeiert und zugleich vor neuen Anschläge während des US-Rückzugs gewarnt. Das Attentat am Samstag wurde als Antwort auf diese Ansprache gewertet.

Kirkuk, rund 250 Kilometer nördlich Bagdads, ist Zentrum der Erdölindustrie im Nordirak. Die Kurden beanspruchen die Stadt für ihr Autonomiegebiet, was die Regierung in Bagdad ablehnt. Auch die Turkmenen sind strikt dagegen.

Zwei Briten, die vor mehr als zwei Jahren im Irak als Geiseln genommen wurden, sind tot. Die irakischen Behörden hätten zwei Leichen an Großbritannien übergeben, sagte der britische Außenminister David Miliband am Samstag. Die beiden Männer waren zusammen mit drei weiteren Briten im Mai 2007 in Bagdad vermutlich von schiitischen Milizen gekidnappt worden. Am Wochenende wuchs die Sorge um die drei weiteren Entführten. Großbritannien war 2003 an der Seite der USA in den Irak einmarschiert. Bis Ende Juli wird das Land alle seine noch verbliebenen Soldaten abziehen.

Konflikte / Irak
21.06.2009 · 16:47 Uhr
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