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Über 630 Tote nach Unwettern auf den Philippinen

Zwei Jungen haben in den Trümmern ihres Hauses verwertbare Gegenstände zusammengesucht.Großansicht
Manila (dpa) - Nach neuen schweren Unwettern auf den Philippinen ist die Gesamtzahl der Todesopfer auf mehr als 630 gestiegen. Allein der jüngste Taifun, «Parma», forderte fast 300 Menschenleben. Wie viele Leichen noch unter Geröll und Schlammlawinen begraben lagen, ist ungewiss.

Viele Gebiete sind nach der zweiwöchigen Katastrophenserie weiterhin von der Außenwelt abgeschnitten. Eine positive Nachricht kam unterdessen aus der Provinz Benguet: Helfer befreiten dort am Samstag sechs Überlebende aus dem Schlamm.

Die Behörden zählten offiziell 293 Tote im Zuge der Unwetter, die allein Taifun «Parma» über die Philippinen brachte. Vor zwei Wochen hatte bereits der Tropensturm «Ketsana» in der Hauptstadt Manila und Umgebung mindestens 337 Menschenleben gefordert.

In La Trinidad, wo ein Erdrutsch Dutzende Häuser weggerissen hatte, machte Bürgermeister Artemio Galwan am Sonntag wenig Hoffnung auf weitere Wunder. Er forderte am Sonntag mehr Leichensäcke und Särge an. Seine Bergungsteams fanden nur Leichen. «Es ist gut, dass die Sonne herausgekommen ist», sagte er. «Die Helfer konnten zu mehr Häusern vordringen, die teils völlig unter dem Schlamm begraben waren.» Abrutschende Hänge hatten das Dorf Little Kibungan bei La Trinidad fast völlig dem Erdboden gleichgemacht.

Die Straßen nach Baguio auf der im Norden gelegenen Insel Luzon standen auch am Sonntag noch unter Wasser. Brücken waren teils zerstört. Dicke Stämme versperrten manche Straßen, da Bäume nach dem Dauerregen im nassen Boden keinen Halt mehr hatten und umstürzten.

Die Rettungsdienste warfen aus tief fliegenden Helikoptern Hilfspakete für die Bevölkerung ab. In Fernsehen waren hunderte Menschen zu sehen, die durch hüfttiefes Wasser waten mussten, um die Pakete aufzusammeln. «Das wichtigste ist, die Straßen freizubekommen, um Hilfstransporte auf den Weg zu bringen», sagte Verteidigungsminister Gilberto Teodoro.

In den abgeschnittenen Provinzen wurde das Benzin knapp. In der Stadt Naguilan waren hunderte Menschen barfuß kilometerweit unterwegs, um Nahrungsmittel einzukaufen. «Wir hatten nichts mehr zu essen, auch kein Benzin, deshalb sind wir auf gut Glück losgegangen», sagte Alfredo Napigan, der mit seiner Frau, seiner Tochter und Enkelin unterwegs war.

Napigan erzählte, das Haus seines Sohnes sei zerstört, Kinder und vier Enkel seien zu ihm gekommen. Sein Haus stehe aber auch nur noch zur Hälfte. In der nahe gelegenen Ortschaft Caba war eine Frau dabei, das Grab ihres Vaters zu säubern. «Selbst unsere Toten sind vor der Zerstörung nicht sicher», sagte sie.

In den vergangenen zwei Wochen sind mehr als vier Millionen Menschen auf den Philippinen durch Unwetterkatastrophen betroffen gewesen. Viele saßen am Sonntag noch unter menschenunwürdigen Umständen in ihren Häusern und Dörfern fest. Fast 300 000 lebten in Notunterkünften. Die Gesundheitsbehörden fürchteten den Ausbruch von Krankheiten in den beengten Behausungen.

Wetter / Philippinen
11.10.2009 · 13:19 Uhr
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