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Tunesien: Präsident Ben Ali nach Unruhen zu Zugeständnissen bereit

Tunis (dts) - Nach den andauernden schweren Unruhen in Tunesien hat sich Präsident Zine el-Abidine Ben Ali zu Zugeständnissen bereit erklärt. Wie der Präsident in einer Fernsehansprache am Donnerstag bekannt gab, werde er nach Ablauf seiner Amtszeit im Jahr 2014 nicht noch einmal für das Präsidentenamt kandidieren. Um schnellstmöglich für Entspannung in der Bevölkerung zu sorgen, versprach er zudem, die Preise für Grundnahrungsmittel zu senken, das politische System nach außen hin zu öffnen und die Internetzensur zu lockern.

"Ich habe euch verstanden. Ich werde es nicht dulden, dass ein weiterer Tropfen Blut vergossen wird", so der Staatsmann. Um neue Eskalationen zu verhindern, wurde den Sicherheitskräften der Befehl erteilt, nur dann ihre Waffen zu gebrauchen, wenn sie sich selbst bedroht fühlten. Wie in den letzten Tagen, kam es nach der Ansprache trotz Ausgangssperre wieder zu Versammlungen von vor allem jugendlichen Demonstranten in den Straßen von Tunis. Ihre Wut richtet sich gegen die hohe Arbeitslosigkeit und den autokratischen Regierungsstil ihres Präsidenten. In Tunesien sind seit Beginn der Demonstrationen mindestens 23 Menschen ums Leben gekommen. Regierungschef Ben Ali war vor 23 Jahren durch einen unblutigen Staatsstreich an die Macht gekommen.
Tunesien / Gesellschaft / Weltpolitik / Proteste
14.01.2011 · 09:16 Uhr
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