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Türkische Offiziere wegen Putschplänen im Verhör

Istanbul (dpa) - Einen Tag nach ihrer Festnahme sind am Dienstag Dutzende türkische Offiziere wegen angeblicher Putschpläne gegen die islamisch-konservative Regierung von Recep Tayyip Erdogan vernommen worden.

Den Beschuldigten, darunter ranghohe aktive Offiziere und frühere Kommandeure, werde eine Beteiligung an einem Plan unter dem Codenamen «Vorschlaghammer» vorgeworfen, berichteten türkische Fernsehsender weiter. Eine türkische Zeitung hatte den aus dem Jahr 2003 stammenden Plan, der ein Szenario für einen Umsturz von Erdogans Regierung liefert, im Januar publik gemacht.

Der Plan sah vor, mit Anschlägen ein Chaos in der Türkei auszulösen. Mit der Destabilisierung wollte die Armee demnach selbst die Grundlage für einen Einsatz gegen die islamisch-konservative AKP-Regierung von Erdogan schaffen. Aus dem Militär wurde das aus Szenario später als Kriegsspiel bezeichnet.

Unter den 49 Festgenommenen seien 17 Generäle und 4 Admirale, berichteten Zeitungen am Dienstag. Die türkische Justiz geht seit zwei Jahren gegen mutmaßliche Verschwörer im Militär und im Staatsapparat vor, die der AKP eine Islamisierung der Türkei vorwerfen. Nach zahlreichen Festnahmen gab es bisher aber noch keine rechtskräftige Verurteilung. Kritiker werfen Erdogan vor, Berichte über Verschwörungen für eine Abrechnung mit der Opposition zu nutzen.

Türkische Kommentatoren bezeichneten den Einsatz gegen das Militär am Dienstag als beispiellos in der Geschichte der Türkischen Republik. Die türkische Militärführung äußerte sich in den ersten 24 Stunden nach den Festnahmen zunächst nicht.

Regierung / Spanien / Türkei
23.02.2010 · 13:10 Uhr
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