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Tsunamis bedrohen vor allem Pazifikküsten

Die Flutwelle hinterließ eine Schneise der Verwüstung.
Hamburg (dpa) - Tsunamis sind Riesenwellen. Sie können entstehen, wenn Erdbeben oder Vulkanausbrüche den Meeresboden erschüttern.

Im Gegensatz zu normalen Wellen, bei denen nur das Wasser an der Meeresoberfläche wogt, geraten bei einem Tsunami (japanisch: große Welle im Hafen) auch die tiefen Wasserschichten in Bewegung.

Auf hoher See ist diese Welle gewöhnlich nicht höher als zwei oder drei Meter und wird wegen ihrer großen Wellenlänge von Schiffen oft gar nicht bemerkt. In flachen Küstengewässern und engen Buchten läuft sie dann aber zu enormen Höhen von bis zu 40 Metern auf und kann ganze Landstriche verwüsten. Tsunamis breiten sich mit bis zu 900 Kilometern pro Stunde aus und können so binnen kurzer Zeit ganze Ozeane durchqueren.

Das höchste Tsunami-Risiko besteht wegen der großen Aktivität der Erdkruste rings um den Pazifik. Die Region bei Samoa und im Tonga-Graben gehört zu den aktivsten Erdbebenregionen der Welt. «Das ist nichts Ungewöhnliches. In dem Bereich gibt es weit über 80 Prozent aller weltweiten Beben», sagte der Leiter der Erdbebenstation der Universität Köln, Professor Klaus-G. Hinzen der dpa.

Dort liege die Grenze zwischen der pazifischen und der australischen Erdplatte. Beide bewegen sich mit einer Geschwindigkeit von etwa acht Zentimetern pro Jahr aufeinander zu. Das jetzige Beben mit der Stärke 8 sei bei weitem nicht so stark wie das schwere Beben vor Sumatra im Dezember 2004, bei dem Stärken bis 9,4 gemessen wurden. «Dennoch kann ein solches Beben Tsunamis auslösen, die in ungünstigen Bereichen der Küstenregionen Wellen erzeugen, die Zerstörungen anrichten.»

Ähnlich äußerte sich der Leiter der Sektion Seismologie am Deutschen GeoForschungsZentrum (GFZ) in Potsdam, Rainer Kind. «Es war ein sehr flaches Beben», erklärte Kind - nach den ersten Messungen nur zehn Kilometer unter dem Meeresboden. Auch die Tatsache, dass das Tsunami-Warnzentrum auf Hawaii eine 1,57 Meter hohe Flutwelle beobachtet habe, spreche für ein flaches Beben. «Tsunamis, die von einem Beben der Stärke 8 ausgelöst werden, breiten sich normalerweise nicht über einen gesamten Ozean aus», sagte Kind.

Frühwarndienste versuchen mit Sensorbojen, Computern und Satelliten, betroffene Gebiete rechtzeitig vor möglichen Riesenwellen zu warnen. Bei der Tsunami-Katastrophe am 26. Dezember 2004 in Südostasien waren mehr als 230 000 Menschen ums Leben gekommen.

Samoa / Erdbeben
30.09.2009 · 11:35 Uhr
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