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Tschechen nehmen Abschied von Vaclav Havel

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Prag (dpa) - In Prag haben Trauernde Abschied vom früheren Staatspräsidenten Vaclav Havel genommen. Der Sarg des am Sonntag gestorbenen Dissidenten, Schriftstellers und Politikers wurde in der Prager Sankt-Anna-Kirche aufgebahrt.

Hunderte Menschen warteten vor den Toren des Gotteshauses. Viele hatten Tränen in den Augen. «Er hat uns die Freiheit geschenkt», sagte eine Trauernde. Havels Ehefrau Dagmar legte rote Rosen auf seinem Sarg nieder.

Die Schlüsselfigur der demokratischen Wende von 1989 war nach langer Krankheit im Alter von 75 Jahren gestorben. Das feierliche Staatsbegräbnis wird am Freitag in Prag stattfinden, wie das Präsidentenamt am Montag den Medien mitteilte. Unter den Staatsgästen werde voraussichtlich auch die US-amerikanische Außenministerin Hillary Clinton sein, teilte Havels ehemalige Sekretärin Sabina Tancevova im Fernsehen mit.

Am Tag nach dem Tod des Ex-Präsidenten wehten am Prager Präsidentenpalast, am Nationaltheater und an vielen anderen Orten des Landes schwarze Flaggen. Soldaten der Burggarde der Prager Burg hielten eine Ehrenwache neben einem Porträt Havels. Sein Nachfolger im Amt, Vaclav Klaus, Erzbischof Dominik Duka und weitere Würdenträger trugen sich in das Kondolenzbuch ein.

Am Nachmittag wollte die Regierung in einer Sondersitzung über die erwartete Ausrufung der Staatstrauer entscheiden. Das war zuletzt nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA geschehen. Damals erklangen im ganzen Land die Sirenen und Kirchenglocken. Die Menschen hielten drei Minuten still inne. Öffentliche Veranstaltungen wurden abgesagt und Flaggen hingen auf Halbmast.

Nach Informationen tschechischer Medien erwägt das Kabinett zudem ein Gesetz, das den früheren Dissidenten und Präsidenten ehren soll. Die «Lex Havel» könnte nach Aussage von Außenminister Karel Schwarzenberg erklären, dass Vaclav Havel sich um die Freiheit verdient gemacht habe. Auch andere frühere tschechoslowakische Präsidenten wurden auf diese Weise geehrt.

Personen / Tschechien
19.12.2011 · 16:18 Uhr
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