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Tropensturm «Bonnie» behindert Kampf gegen Ölpest

Die meisten Schiffe und Plattformen mussten wegen dem Tropensturm den Abzug antreten (Symbolbild).Großansicht

Washington/Berlin (dpa) - Ein aufziehender Tropensturm zwingt die Helfer im Golf von Mexiko, ihren Kampf gegen die Ölpest vorerst zu stoppen.

Der Einsatzleiter, Admiral Thad Allen, ordnete in der Nacht zum Freitag den Abzug der meisten Schiffe und Plattformen über dem ramponierten Bohrloch des BP-Konzerns an. Die Kappe, die das Ölleck am Meeresboden seit einer Woche erfolgreich abdichtet, soll bis auf weiteres verschlossen bleiben - auch wenn eine Beobachtung wegen des Sturms ««Bonnie» dann nicht möglich ist.

Das Nationale Hurrikan-Zentrum in Miami erwartet, dass der Tropensturm «Bonnie» vermutlich bis Sonntag im Gebiet der Umweltkatastrophe eintrifft. Am Freitag befand sich das Frontensystem östlich der Südspitze von Florida und bewegte sich in Richtung Nordwesten. Der Sturm erreichte in der Spitze Windgeschwindigkeiten von 65 Kilometern in der Stunde.

Einsatzleiter Allen äußerte die Sorge, dass der Sturm den Kampf gegen die Ölpest um zwei Wochen zurückwerfen könnte. Neben den Schiffen, die ausgelaufenes Öl einsammeln, wurde auch die Plattform abgezogen, von der aus der BP-Konzern die wichtige Entlastungsbohrung vornimmt, wie Allen mitteilte. Erst nach dieser Bohrung kann die Quelle voraussichtlich im August endgültig versiegelt werden.

Die Einsatzkräfte wollen die Unterwasser-Roboter zur Überwachung der provisorisch gestopften Ölquelle erst zuletzt abziehen. Sobald der Sturm vorbeigezogen ist, sollen auch die Schiffe zurückkehren, deren Besatzung das Öl von der Meeresoberfläche abschöpft.

Zuletzt hatte Ende Juni ein Sturm die Einsatzkräfte gezwungen, ihre Arbeit zu unterbrechen. Das Unwetter zog dann aber über die mexikanische Halbinsel Yucatán und verschonte das Gebiet der Umweltkatastrophe. Die Ölpest begann am 20. April mit einer Explosion auf der Ölbohrinsel «Deepwater Horizon».

Die Behörden gaben unterdessen ein Drittel des bislang für Fischer gesperrten Gebiets im Golf von Mexiko wieder frei. Untersuchungen hätten über die vergangenen 30 Tage hinweg keine Hinweise auf Öl ergeben, teilte die Einsatzleitung mit.

Der Mineralölkonzern BP sieht sich weiter mit heftiger Kritik konfrontiert. Am Donnerstag (Ortszeit) räumte das Unternehmen ein, dass ein weiteres Foto vom Einsatz gegen die Ölpest manipuliert wurde.

Es zeigt den Blick aus dem Inneren eines Hubschraubers. Im Original steht der Pilot auf dem Deck eines Schiffs oder auf einer Plattform. In der veränderten Fassung ist dieser Hintergrund entfernt. Damit sieht es so aus, als ob der Hubschrauber über Wasser fliegt und sich mitten in einem Einsatz befindet. Nach Bekanntwerden der Fälle wies BP seine Fotografen an, künftig darauf zu verzichten, fremde Bildmotive in Fotos einzufügen.

Umwelt / Wetter / USA
23.07.2010 · 12:16 Uhr
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