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Tropen-Gefühl in Deutschland

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Frankfurt/Main (dpa) - Wer die Augen schließt und sich Meer, Strand und Palmen denkt, fühlt derzeit in Deutschland Karibik. Temperatur und Luftfeuchtigkeit entsprechen genau tropischen Verhältnissen. Auch das Wettergeschehen im Tageslauf passt dazu.

«Morgens heiter, ab Mittag Wolken, nachmittags Gewitter - so ist es rund um den Globus in den inneren Tropen», sagte Meteorologe Thomas Ruppert vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Freitag. An diesem Wetter werde sich auch über das Wochenende nichts ändern, frühestens Anfang nächster Woche sei eine Umstellung auf kühle und wechselhafte Witterung zu erwarten.

Als unerträglich schwül empfinden viele die aktuelle Wetterlage. Bewegung im Freien ist anstrengend, der Schweiß fließt in Strömen. Objektiv betrachtet ist es aber gar nicht übermäßig heiß: Temperaturen um oder sogar leicht über 30 Grad seien nicht selten in deutschen Sommern und schon gar nicht rekordverdächtig, sagen die Meteorologen. Auch in diesem Jahr gab es bereits solche Hitze-Tage: am 14. Juni in Garmisch, am 18.6. in Regensburg und Freiburg und am 30. Juni entlang des Rheins.

Der bisherige Hitze-Rekord liegt bei 40,2 Grad und stammt aus dem Super-Sommer 2003. «Damals herrschten aber ganz andere Verhältnisse», sagt Meteorologe Ruppert. Wochenlang strömte heiße und vor allem trockene Luft von Osten nach Deutschland. In der hohen Luftfeuchtigkeit, die jetzt in Deutschland herrscht, klettert die «gefühlte Temperatur» auf mindestens 33, 34 Grad, selbst wenn das Thermometer «nur» 30 Grad oder weniger anzeigt. Am Freitag betrug die Luftfeuchtigkeit laut DWD im Norden etwa 60 Prozent, im Süden 80 bis 90 Prozent. Normal sind 40 Prozent - «etwa so wie im Winter im Wohnzimmer», sagt Ruppert.

In der feucht-warmen Luft, die in einer trägen, gleichmäßigen Strömung vom Mittelmeer nach Deutschland gelangt, gibt es nur wenig Bewegung. Das ist bei der intensiven Sonneneinstrahlung besonders gewitterträchtig. «Auslösetemperatur» ist ein Wert von 27 Grad. Wenn diese Temperatur am Boden erreicht ist, strömt Luft nach oben, das darin enthaltene Wasser kondensiert in der Höhe und bildet Wolken, dadurch entsteht Kondensationswärme. Zusammen mit der Sonneneinstrahlung wird der Aufsteigeeffekt noch verstärkt. «Quellwolken schießen wie Popcorn in die Höhe», erläutert Ruppert. Mittags sei das sehr gut zu beobachten - am Himmel entstehen viele Wolken, die aussehen wie Blumenkohl. Niederschlag in den Wolken führt schließlich zu unterschiedlichen elektrischen Ladungen, die Voraussetzung für die Entstehung von Gewittern.

Glühwürmchen sind unterwegs

In den lauen Nächten ist derzeit ein Naturschauspiel zu beobachten: Hellgrün leuchtende Punkte flirren in der Luft herum - Hochzeit der Glühwürmchen. Die Leuchtkäfer senden zur Partnersuche in der Nacht ihre Lichtsignale aus. Nur die Männchen können fliegen, sie folgen blinkend dem Licht der Weibchen, die auf Pflanzen sitzen und auf Partner warten. «Am richtigen Standort sind jetzt über 100 Tiere auf einmal zu sehen», sagt Torsten Cloos vom Naturschutzbund im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis, der Glühwürmchen-Exkursionen veranstaltet. Zwischen 22.30 Uhr bis Mitternacht bestehe die größte Chance, das Schauspiel zu sehen. Das Licht wird von den Insekten chemisch erzeugt, gesteuert von bestimmten Enzymen. Sie können es aus- und anknipsen. Noch bis Ende Juli sind die Käfer unterwegs, paaren sich und legen Eier. Danach sterben sie.

Wetter / Hitze
03.07.2009 · 12:56 Uhr
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