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Trittin will Spitzenkandidat der Grünen für Wahl 2013 werden

Als zweiter Grünen-Politiker nach Parteichefin Roth hat Jürgen Trittin für die Spitzenkandidatur zur Bundestagswahl 2013 sein Interesse angemeldet. Foto: Markus ScholzGroßansicht

Berlin (dpa) - Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Jürgen Trittin will als Spitzenkandidat seiner Partei in die Bundestagswahl 2013 ziehen. Als zweiter Spitzenpolitiker nach Parteichefin Claudia Roth erklärte er offiziell seine Bereitschaft. Beide kommen vom linken Parteiflügel.

«Ich trete an und möchte einer der beiden Spitzenkandidaten von Bündnis 90/Die Grünen sein», sagte Trittin dem «Spiegel». Er verband sein Antreten mit einer Absage an ein schwarz-grünes Bündnis: «Ich stehe für einen Wahlkampf, der darauf abzielt, die CDU/CSU und die FDP vollständig abzulösen.» Trittin kündigte seine Kandidatur auch in einem Schreiben an die Mitglieder des Länder- und des Parteirats sowie des Bundesvorstands der Grünen an.

Die Grünen wollen voraussichtlich mit einem Spitzenduo aus einer Frau und einem Mann in die Bundestagswahl ziehen. Anfang September soll anhand der dann vorliegenden Bewerbungen entschieden werden, ob dieses von den Mitgliedern per Urwahl bestimmt wird. Wenn sich nur zwei Kandidaten melden, kann auch der Parteitag im November das Duo wählen.

Parteichefin Roth hatte schon im März angekündigt, dass sie antreten wolle. Im Gespräch sind auch Fraktionschefin Renate Künast und Bundestags-Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt, die dem Realo-Flügel zugerechnet werden.

Trittin wollte sich nicht festlegen, welche Grünen-Politikerin er als zweite Spitzenkandidatin favorisiert. «Das wird die Partei entscheiden, meine Vorlieben spielen da überhaupt keine Rolle. Mit allen Frauen, über deren Kandidatur bisher spekuliert wird, kann ich gut zusammenarbeiten.» Trittin schloss sein eigenes Scheitern bei einer Urwahl nicht aus: «Vielleicht will die Partei auch zwei Frauen an der Spitze. Ich bin als Mann nicht gesetzt.»

Die Vorsitzende der Grünen-Fraktion im baden-württembergischen Landtag, Edith Sitzmann, plädierte für ein Spitzenkandidaten-Duo aus Göring-Eckardt und Trittin. «Das ist ein Spitzenteam, das unsere Positionen in der Breite vertritt und mit dem wir für die Wähler personell ein gutes Angebot haben», sagte sie der Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart.

Die Wirtschaftsexpertin der Grünen, Kerstin Andreae vom Realo-Flügel, sagte der Zeitung «Die Welt» (Montag): «Jürgen Trittin ist der richtige Mann zur richtigen Zeit.» Er präge die entscheidenden politischen Felder der letzten Jahre und beweise in Umwelt-, Finanz- und Europafragen Weitsicht und Realitätssinn.

Zu den Wahlchancen der Grünen sagte Trittin: «Im September 2013 gibt es entweder eine eigene Mehrheit von SPD und Grünen, oder es gibt eine Rückkehr zur großen Koalition. In dieser Klarheit wird die Auseinandersetzung verlaufen.» In seinem Brief an die Führungsgremien der Partei schrieb Trittin, 2013 werde es auf die Grünen ankommen. «Nur wenn wir auf unser Rekordergebnis 2009 noch einmal deutlich drauflegen, wird eine andere Mehrheit für eine andere Politik möglich sein.»

Parteien / Grüne
12.08.2012 · 17:22 Uhr
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