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Trichet: Europa ist «Epizentrum der Staatsschuldenkrise»

Der scheidende EZB-Präsident Jean-Claude Trichet nennt Europa das «Epizentrum der Staatsschuldenkrise». Foto: Tim Brakemeier

Berlin (dpa) Der scheidende EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hält die Finanzstabilität des Euro-Raums angesichts der Schuldenkrise für gefährdet. Der Tageszeitung «Welt» sagte er: «Der Euro als Währung ist offensichtlich nicht in Gefahr. Es ist die Finanzstabilität des Euro-Raums insgesamt, die gefährdet ist.»

Am Dienstag hatte Trichet vor dem EU-Parlament bereits erklärt, die Krise der Eurozone habe eine «systemische Dimension» erreicht.

Das Thema «Systemrelevanz» spielte schon in der ersten Finanzmarktkrise ab 2008 eine wichtige Rolle. Damals machte der Begriff der «systemrelevanten» Banken die Runde. Damit war gemeint, dass bestimmte Institute so wichtig für die Finanzwirtschaft sind, dass ihr Ausfall das gesamte System beschädigen würde.

Der «Welt» sagte Trichet nun weiter, Europa sei das »Epizentrum der Staatschuldenkrise» - auch wenn Japan und die USA ähnliche Probleme hätten. Der Notenbanker begründete seine Einschätzung mit der gegenseitigen Abhängigkeit der 17 Euro-Staaten. Die aktuelle Lage bezeichnete er erneut als «schlimmste globale Krise seit dem Zweiten Weltkrieg».

Kritik an der Arbeit der EZB wies Trichet zurück. Die Europäische Zentralbank sei «absolut unabhängig von Regierungen und Interessengruppen». Mit ihren seit Ausbruch der Krise getroffenen Entscheidungen habe die Notenbank «angemessen auf das Versagen an den Finanzmärkten reagiert».

EU / Finanzen / EZB / Trichet
11.10.2011 · 23:44 Uhr
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