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Treibstoff-Lager in Misrata bombardiert

Kämpfe in Libyen gehen weiterGroßansicht

Bengasi/Kairo (dpa) - Flugzeuge der Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi haben in der Nacht zum Samstag Treibstoff-Lager in der belagerten Stadt Misrata bombardiert. Die Tanks gingen in Flammen, die Benzinversorgung in der eingeschlossenen Stadt brach zusammen.

Das berichtete ein BBC-Korrespondent aus der ostlibyschen Aufständischen-Metropole Bengasi. Bei heftigen Kämpfen um den westlichen Grenzposten Wassin beschossen die Gaddafi-Truppen sogar das Gebiet des Nachbarn Tunesien. 30 Mörsergranaten schlugen dort ein, meldete die amtliche tunesische Nachrichtenagentur TNA.

Misrata, eine im Gaddafi-kontrollierten Westen des Landes gelegene Enklave, wird von den Regimegegnern seit mehr als zwei Monaten gegen die Truppen des Regimes verteidigt. Der Angriff auf die Treibstofflager mit tief fliegenden Landwirtschaftsflugzeugen stellt eine Verletzung des Flugverbots dar, das im März vom Weltsicherheitsrat verhängt worden war. Die Nato, die für die Überwachung des Flugverbots zuständig ist, reagierte bislang nicht darauf.

Der umkämpfte Posten Wassin an der tunesischen Grenze dient wiederum den dortigen Aufständischen als Nachschublinie für die von ihnen «befreiten» Gebiete im Nafusa-Gebirge. Dort liegen auch die von Gaddafi-Truppen immer wieder angegriffenen Orte Nalut und Al-Sintan. Der bewaffnete Widerstand in dieser Region wird vor allem von ethnischen Berbern getragen. Nach Ansicht von Beobachtern sind diese militärisch besser organisiert als die aus einer zivilen Protestbewegung hervorgegangenen Milizen der Aufständischen im Osten Libyens.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) lehnt eine gezielte Tötung Gaddafis nach dem Vorbild des Terrorchefs Osama bin Laden ab. «Der Fall von Oberst Gaddafi ist von der UNO an den internationalen Strafgerichtshof überwiesen worden. Demnächst wird der Ankläger über einen Haftbefehl entscheiden. Das ist der richtige Weg», sagte Westerwelle der «Bild am Sonntag». Zugleich räumte er aber auch ein, dass die Europäische Union (EU) bei der Verhängung von Sanktionen gegen Gaddafis Libyen zu zögerlich vorgegangen sei.

Konflikte / Libyen
07.05.2011 · 21:53 Uhr
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