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Traurige Gewissheit: Weltumsegler wurde zerstückelt

Ein Ausleger-Boot der Einheimischen für den Fischfang an einem Strand der Insel Nuku Hiva. Foto: Kurt ScholzGroßansicht

Paris (dpa) - Knapp zwei Wochen nach dem mysteriösen Verschwinden des Weltumseglers Stefan R. auf der Südsee-Insel Nuku Hiva haben die Behörden traurige Gewissheit. Der 40-Jährige aus Schleswig-Holstein ist tot und wurde zerstückelt.

Die DNA-Untersuchung ergab, dass die in einer Feuerstelle entdeckten Leichenteile von dem Vermissten stammen. Auch die gefundenen Zähne belegten eindeutig, dass die Überreste zu Stefan R. gehörten, sagte Staatsanwalt José Thorel am Freitag auf Inselgruppe Französisch-Polynesien der Nachrichtenagentur AFP. Von dem verdächtigen Jäger fehlte immer noch jede Spur.

Familie, Freunde und Nachbarn des Opfers in dessen Heimatgemeinde Haselau trauerten um den Abenteurer. Bislang sei nicht entschieden, ob die Gemeinde mit einer gemeinsamen Trauerfeier Abschied von Stefan R. nehmen wird, sagte Haselaus Bürgermeister Rolf Herrmann der Nachrichtenagentur dpa: Das werde in den kommenden Tagen mit der Familie abgestimmt.

Der Unternehmensberater war vor drei Jahren gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin auf seinem 14 Meter langen Katamaran «Baju» zu einer Weltumsegelung gestartet. Nach einem Zwischenstopp auf Nuku Hiva verschwand er vor knapp zwei Wochen. Seine Spur endete im Inselinneren an einem Lagerfeuer. Dort fand die Polizei später neben Fleischstücken und Knochen auch Zähne.

Familie und Freunde hatten schon Mitte dieser Woche die Hoffnung aufgegeben. «Die schrecklichen Umstände seines Todes berühren und schockieren uns», hatten die Eltern in einem Internet-Blog geschrieben.

Stefan R. war auf der zu Frankreich gehörenden Insel mit einem einheimischen Jäger zu einer Tour ins Innere der Trauminsel aufgebrochen. Seine 37-jährige Freundin blieb zurück. Später kam der Jäger zurück und erzählt, es habe sich ein Unfall ereignet. Darauf zog die Freundin mit dem Mann los. Sie berichtete den Behörden, der Jäger habe sie unterwegs bedroht, sexuell belästigt und an einen Baum gebunden. Sie habe jedoch fliehen können.

Der tatverdächtigen Jäger ist seither verschwunden. Die Polizei sucht nach ihm. Die Zeitung «La Depêche du Tahiti» berichtete in ihrer Onlineausgabe über Hinweise, dass auf einem Hochplateau Lebensmittel und andere Dinge aus einem Jagdlager verschwunden seien. Zudem habe ein Mensch in der Nähe des Lagers übernachtet.

Das Blatt zitiert einen Bewohner der Insel mit den Worten: «Die Bevölkerung will, dass er endlich gefunden wird, damit er seine Version der Dinge erklärt und die vorherrschende Psychose endlich ein Ende hat.» Mit dem Wort «Psychose» spielt der Inselbewohner möglicherweise auf Gerüchte an, dass Stefan R. einem Südsee-Kannibalen zum Opfer gefallen sein könnte. An der Suche nach dem Verdächtigen beteiligten sich auch heimische Jäger.

Die Lebensgefährtin des Seglers ist nach unbestätigten Medienberichten noch in der Südsee, wo sie konsularischen Beistand hat. Das BKA ist ebenfalls in den Fall eingeschaltet.

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Traueranzeige im Blog
Kriminalität / Segeln
21.10.2011 · 15:46 Uhr
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