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Trauerfeier für Lambsdorff in Brandenburg

Otto Graf Lambsdorff ist im Alter von 82 Jahren gestorben. (Archivbild vom 12.08.1990)Großansicht
Brandenburg/Havel (dpa) - Rund 500 Menschen, darunter Bundespräsident Horst Köhler und Kanzlerin Angela Merkel (CDU), haben am Samstag bei einer Trauerfeier Abschied vom FDP-Ehrenvorsitzenden Otto Graf Lambsdorff genommen.

Unter den Trauernden im Dom von Brandenburg/Havel waren auch die ehemaligen Außenminister Hans- Dietrich Genscher und Klaus Kinkel, Außenminister Guido Westerwelle (alle FDP) sowie der Ex-Bundespräsident Richard von Weizsäcker. Auf Wunsch des am 5. Dezember im Alter von 82 Jahren gestorbenen früheren Bundeswirtschaftsministers sollte es keinen Staatsakt geben.

«Der Pfarrer möchte Gott für mein Leben danken - keine weiteren Reden» - diese Anweisung habe Lambsdorff hinterlassen, sagte Wolfgang Huber, früherer Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg- schlesische Oberlausitz, in seiner Predigt. «Um ihn trauert unsere Nation. Um ihn trauert eine internationale Gemeinschaft.» Schmerzlich sei die Vorstellung, «seine Stimme nicht mehr hören zu können und auf sein unbestechliches Urteil ebenso verzichten zu müssen wie auf seinen treffenden Humor», sagte Huber.

Lambsdorff hatte sich den Brandenburger Dom für die Trauerfeier gewünscht, da er sich seit seiner Jugend der Stadt verbunden fühlte. Er war von 1941 bis 1944 Zögling der Ritterakademie direkt am Dom, wie sein einstiger Schulfreund Knud Caesar berichtete. 1995 gehörte Lambsdorff zu den Gründern eines Fördervereins und war «Ehrendomherr». Der Dom, für den 1165 der Grundstein gelegt worden war, gilt als eine der ältesten Kirchenbauten Brandenburgs.

Zahlreiche Fotografen und Kamerateams sowie rund 50 weitere Menschen warteten während des etwa einstündigen Trauergottesdienstes im Regen vor dem Dom. Auf Wunsch der Familie sollte es keine Aufnahmen aus dem Inneren der Kirche geben. Nach der Trauerfeier wurde der mit roten Rosen geschmückte Sarg aus Tannenholz aus dem Gotteshaus gebracht. Die Trauergäste trafen sich unter Ausschluss der Öffentlichkeit anschließend zu einem Empfang.

Lambsdorff soll Anfang 2010 in einem Urnengrab auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf beigesetzt werden. Auf der alten Prominenten-Ruhestätte vor den Toren Berlins befindet sich nach Auskunft der Friedhofsverwaltung seit 83 Jahren eine Grabstätte der Familie Lambsdorff.

Otto Graf Lambsdorff war einer der prägenden Politiker der Bundesrepublik. Nach seinem Tod hatte Merkel ihn als menschlich wie politisch gleichermaßen herausragenden Liberalen gewürdigt. Er war von 1977 bis 1984 Bundesminister für Wirtschaft, von 1988 bis 1993 führte er die Bundes-FDP. In den 1980er Jahren überschattete die Flick-Parteispendenaffäre die Karriere des langjährigen Bundestagsabgeordneten. Lambsdorff trat 1984 wegen der Affäre als Minister zurück.

Parteien / FDP / Personalien
12.12.2009 · 14:36 Uhr
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