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Trauer in Brilon: Drei Tote bei Öl-Explosion

Nach einer Explosion steht Rauch über der Spanplattenfabrik in Brilon.
Brilon/Meschede (dpa) - Erst ein lauter Knall, dann schossen Flammen in die Höhe, schließlich verdunkelte schwarzgrauer Rauch den Himmel: Bei der Explosion eines Ölkessels wurden am Freitag drei Arbeiter in einer Spanplattenfabrik im sauerländischen Brilon getötet.

Nach Angaben von Firmensprecher Mattias Keuthen geschah die Explosion kurz nach Mittag in einem Biomasse-Heizkraftwerk auf dem Werksgelände. Dort werden Holzreste aus der Plattenproduktion verbrannt. Dann habe eine neben dem Kraftwerk stehende Halle Feuer gefangen.

Zunächst hatte die Feuerwehr einen Großbrand in dem Werk befürchtet und war mit einem Großaufgebot angerückt. Doch die 120 Feuerwehrleute konnten das Feuer in dem Kraftwerksgebäude nach eineinhalb Stunden löschen. Für die drei Männer, die zum Teil schon länger dem Unternehmen verbunden waren, kam jede Hilfe zu spät: Ein 20, ein 59 und ein 62 Jahre alter Arbeiter waren sofort tot, vier Kollegen wurden nach dem Unglück wegen eines Schocks behandelt. Der Firmenkomplex wurde großräumig abgesperrt, von Außen war von dem Unglück nach dem Abziehen der Rauchwolke nichts mehr zu erkennen.

Während die Feuerwehr noch mit den Löscharbeiten beschäftigt war, trafen bereits die ersten Notfall-Seelsorger ein, die sich um die Kollegen der Getöteten kümmerten. Beschäftigte, die das Firmengelände verließen, wollten sich nicht äußern, doch Bestürzung und Betroffenheit waren ihnen deutlich anzumerken. Noch am Freitag nahmen auch die Brandermittler der Polizei ihre Arbeit auf.

Nach Auskunft des Technischen Werksleiters, Rainer Börnke, war ein Ersatz-Ölkessel in die Luft geflogen. Dieser war erst am Freitag in Betrieb genommen worden. Durch die Explosion wurde ein neben dem Kraftwerk stehende Halle in Brand gesetzt. «In diesem Bereich sind glücklicherweise nicht viele Menschen beschäftigt», sagte Keuthen.

Die drei Toten gehörten zum Stammpersonal des Spanplatten-Herstellers. Zur Schadenshöhe wurden noch keine Angaben gemacht. Es sei derzeit nicht absehbar, inwieweit sich der Ausfall des Kraftwerkes auf den Betrieb auswirke. Allerdings begann nach Abrücken der Feuerwehr in einigen nicht von dem Unglück betroffenen Bereichen des Werkes bereits wieder die Spätschicht.

Das Unternehmen Egger (Stammsitz ist St. Johann in Tirol) ist mit rund 1000 Beschäftigten am Standort Brilon einer der fünf größten Spanplatten-Hersteller Europas. Das Familienunternehmen existiert seit 1961 und operiert weltweit. Aus 15 Standorten in Europa werden 75 Länder beliefert. Der Umsatz wird mit 1,5 Milliarden Euro angegeben.

Notfälle
05.02.2010 · 20:26 Uhr
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