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Tote bei Sprengstoffanschlägen in Syrien

Spuren des Anschlags: Ein Mann sprengt sich um die Mittagszeit neben einer Moschee im Viertel Al-Midan in die Luft und zieht neun Menschen mit in den Tod. Foto: SanaGroßansicht

Damaskus/Istanbul (dpa) - Die Waffenruhe in Syrien existiert weiterhin nur auf dem Papier. Landesweit starben nach unbestätigten Berichten am Freitag mindestens 20 Menschen, darunter drei Angehörige der Sicherheitskräfte.

Nach Angaben der Staatsmedien und der Regimegegner detonierten drei Sprengsätze in Damaskus und Banias. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon nannte die Lage unannehmbar». «Beobachter berichten von schweren Waffen, militärischer Ausrüstung und Militärpersonal in bewohnten Gebieten. Das steht in klarem Widerspruch zu dem, was uns die syrische Regierung versichert», sagte er in Neu-Delhi. Vorrang für die UN habe die beschleunigte Entsendung von Beobachtern vor Ort. «Doch zuerst müssen sie die Gewalt einstellen, damit humanitäre Hilfe möglich wird.»

Die Nato will nicht in den Konflikt eingreifen. «Ich verurteile massiv die Unterdrückung der Zivilbevölkerung in Syrien», sagte Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen nach einem Gespräch mit dem italienischen Regierungschef Mario Monti in Rom. Das Bündnis habe jedoch «nicht die Absicht, in Syrien zu intervenieren.»

Der folgenreichste der drei Sprengstoffanschläge in Syrien ereignete sich in dem Damaszener Viertel Al-Midan. Nach Angaben von Krankenhausärzten kamen zehn Menschen ums Leben. Die staatlichen Medien berichteten, ein Mann habe sich um die Mittagszeit neben einer Moschee im al-Midan-Viertel in die Luft gesprengt. In dem vorwiegend von Sunniten bewohnten Viertel hatte es seit Beginn des Aufstandes gegen Präsident Baschar al-Assad jeweils nach dem Freitagsgebet mehrfach Demonstrationen gegen das Regime gegeben. Dass der Anschlag von Regimegegnern verübt wurde, gilt daher als wenig wahrscheinlich.

Am Freitag demonstrierten erneut Tausende gegen das Assad-Regime. Motto der Proteste war eine Koran-Sure. Sinngemäß übersetzt bedeutet sie: «Gottes Wille wird geschehen, deshalb versuche nicht, es zu beschleunigen.»

Trotz der Gewalt und der Proteste gingen die Vorbereitungen für die Parlamentswahl am 7. Mai weiter. Die Nachrichtenagentur Sana meldete, 7195 Kandidaten hätten sich registrieren lassen.

Der Sprecher der UN-Militärbeobachter in Damaskus, Neeraj Singh, sagte der Nachrichtenagentur dpa, von den insgesamt 15 UN-Beobachtern hielten sich inzwischen zwei dauerhaft in der Provinz Daraa auf, zwei weitere in Homs und zwei in Hama. Die restlichen neun Militärs seien in Damaskus, von wo aus sie täglich zu Beobachtungsmission aufbrechen. Erst mit mehr Beobachtern werde es möglich sein, ständig in allen Regionen präsent zu sein.

Die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter berichtete, in Aleppo hätten Deserteure drei Angehörige der Sicherheitskräfte getötet. In der Provinz Homs sei ein Deserteur bei einem Gefecht mit den Regierungstruppen getötet worden. In Deir as-Saur fanden Regimegegner nach eigener Aussage die Leiche eines durch Folter entstellten Mannes. Am Vortag sollen die Regierungstruppen 37 Menschen getötet haben, davon 16 in Deir as-Saur.

Die syrische Muslimbruderschaft forderte Ban Ki Moon auf, die Friedensmission des Sondergesandten Kofi Annan für beendet zu erklären. Sie forderte außerdem die Suspendierung der Mitgliedschaft Syriens in den Vereinten Nationen, solange Assad an der Macht ist. Die islamistische Organisation ist zwar in Syrien offiziell verboten, gehört aber dennoch zu den wichtigsten Oppositionsgruppen.

Konflikte / Opposition / Syrien
27.04.2012 · 18:20 Uhr
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