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Tote bei Selbstmordanschlag am Flughafen Kabul

Kabul/Den Haag (dpa) - Bei einem Selbstmordanschlag der Taliban vor dem militärischen Teil des Flughafens Kabul sind am Dienstag nach Angaben des afghanischen Innenministeriums zwei Zivilisten getötet worden.

Ministeriumssprecher Samarai Baschari sagte, sechs weitere Zivilisten seien bei der heftigen Detonation verletzt worden. Der Attentäter habe sich in einem Auto vor dem militärischen Teil des Flughafens in der afghanischen Hauptstadt in die Luft gesprengt. Die Internationale Schutztruppe ISAF bestätigte den Anschlag.

Ein Augenzeuge namens Ahmad Dschamal sagte, der Attentäter habe den Sprengsatz gezündet, als zwei ISAF-Fahrzeuge in den militärischen Teil des Flughafens fuhren. Augenzeugen berichteten, Krankenwagen hätten Verletzte aus der Gegend herausgefahren. Ein Mitarbeiter des Flughafens, der ungenannt bleiben wollte, sagte, in seinem Büro habe die Wucht der Detonation die Fensterscheiben zerstört. Taliban- Sprecher Sabiullah Mudschahid sagte, ein aus dem Süden Kabuls stammender Kämpfer der Aufständischen namens Mohammadullah habe einen ISAF-Konvoi angegriffen.

Bei einem Bombenanschlag in Afghanistan wurde unterdessen ein weiterer niederländischer Soldat getötet. Der 44-jährige Feldwebel war der 21. Niederländer, der in dem Konflikt sein Leben verlor, teilte das Verteidigungsministerium in Den Haag am Montagabend mit. Drei Soldaten und ein afghanischer Übersetzer wurden bei dem Anschlag in der südafghanischen Provinz Urusgan verletzt. Erst am Sonntag war bei einem Gefecht mit Taliban-Kämpfern ein 26-jähriger Gefreiter aus den Niederlanden gefallen.

Der Oberbefehlshaber der niederländischen Streitkräfte, General Peter van Uhm, appellierte an die Bevölkerung des Königreichs, trotz der erneuten Opfer «an der Heimatfront vereint hinter den Soldaten zu stehen und sie bei ihrer schwierigen Aufgabe zu unterstützen». Der General hatte im April vergangenen Jahres in Afghanistan seinen eigenen Sohn durch einen Sprengstoffanschlag verloren.

Ähnlich wie in Deutschland wird auch in den Niederlanden über Sinn und Zweck des Militäreinsatzes in Afghanistan diskutiert. Seit 2006 sind etwa 1400 niederländische Soldaten in der Unruheprovinz Urusgan im Einsatz. Die Regierung in Den Haag hat erklärt, das Kommando in der Provinz im Rahmen der NATO-geführten Afghanistan-Schutztruppe ISAF nicht über das Jahr 2010 hinaus ausüben zu wollen. Sie wurde allerdings von der US-Regierung gebeten, diese Haltung zu überdenken.

Konflikte / Afghanistan
08.09.2009 · 08:19 Uhr
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