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Tote bei Anschlag auf Karsai-Gedenken in Kandahar

Bei einem Gottesdienst für den ermordeten Bruder des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai hat ein Selbstmordattentäter eine Bombe gezündet.Großansicht

Kabul (dpa) - Ein Selbstmordattentäter hat bei einem Gottesdienst für den ermordeten Bruder des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai vier Menschen getötet. Der Täter zündete am Donnerstag in einer Moschee in der Stadt Kandahar eine Bombe.

13 weitere Menschen seien dabei verletzt worden, teilte das Innenministerium mit. Unter den Toten ist demnach auch der Kleriker Mawlawi Hekmatullah, einer der bedeutendsten islamischen Geistlichen Afghanistans.

Nach Angaben des Gouverneurs der südafghanischen Provinz sprengte sich der Attentäter im Inneren der Sara Jama-Moschee im Stadtzentrum in die Luft. Dort hatten sich zahlreiche Menschen versammelt, um des am vergangenen Dienstag ermordeten Vorsitzenden des Provinzrates, Ahmad Wali Karsai, zu gedenken. Der 50-Jährige war in seinem Haus in Kandahar von einem seiner Leibwächter erschossen worden. Zu der Tat hatten die sich Taliban bekannt.

Bei einer Militäraktion der Internationalen Schutztruppe Isaf in der südöstlichen Provinz Chost wurden nach Angaben örtlicher Behörden unterdessen mehrere Zivilisten getötet. Nato-Soldaten hätten in der Grenzregion zu Pakistan drei Häuser angegriffen und sechs Bewohner erschossen, darunter einen 13-jährigen Jungen und zwei Frauen, teilte die Provinzregierung am Donnerstag mit.

Die Isaf wies die Vorwürfe zurück. Wie Sprecher Tim James sagte, wurden bei dem Einsatz am Mittwochabend sechs Angehörige des radikal-islamischen Hakkani-Netzwerks getötet. Zivile Opfer bei Militäraktionen sorgen immer wieder für Unmut in der Bevölkerung.

Nach einem aktuelle UN-Bericht ist die Zahl der getöteten Zivilisten im ersten Halbjahr 2011 um 15 Prozent auf 1462 gestiegen. Das teilte die Mission der Vereinten Nationen in Afghanistan (UNAMA) am Donnerstag in Kabul mit. Für 80 Prozent der zivilen Opfer macht UNAMA Angriffe und Anschläge der Taliban und anderer Aufständischer verantwortlich. 14 Prozent gingen auf das Konto afghanischer und internationaler Truppen, hieß es. Aufseiten der Sicherheitskräfte seien Luftangriffe Hauptgrund für Opfer in der Zivilbevölkerung.

Konflikte / Afghanistan
14.07.2011 · 15:43 Uhr
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