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Tote bei Absturz von Isaf-Hubschrauber in Kabul

Absturz eines Militärhubschraubers auf ein WohnhausGroßansicht

Kabul/Istanbul (dpa) - Beim Absturz eines Militärhubschraubers in ein Wohnhaus in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind am Freitag mindestens zwölf türkische Soldaten getötet worden.

Der türkische Generalstab teilte in Ankara mit, erste Untersuchungen bestätigten, dass es sich um ein Unglück und nicht um einen Abschuss handele. In dem Haus wurden nach Angaben der Kabuler Polizei zwei Zivilisten getötet und drei verletzt, als der Helikopter auf sie stürzte.

Die Internationale Schutztruppe Isaf bestätigte, dass zwölf ihrer Soldaten bei dem Absturz starben. Unklar blieb zunächst, ob auch afghanische Soldaten an Bord waren und ums Leben kamen. Ein Polizeisprecher hatte gesagt, der Helikopter sei auf einem Ausbildungsflug für afghanische Soldaten gewesen. Er hatte auch von getöteten afghanischen Besatzungsmitgliedern gesprochen.

Ein Isaf-Sprecher sagte: «Der Grund des Absturzes ist noch unbekannt.» Es habe aber keine Berichte über Aktivitäten von Aufständischen in der Gegend zum Unglückszeitpunkt gegeben. Auch aus afghanischen Sicherheitskreisen hieß es, der Helikopter sei nicht abgeschossen worden, sondern habe ein technisches Problem gehabt.

Die Türkei stellt rund 1800 Soldaten in der Nato-geführten Isaf. Ein Schwerpunkt der ausländischen Truppen ist die Ausbildung der afghanischen Armee und Polizei. Sie sollen spätestens 2014 die Verantwortung für die Sicherheit im ganzen Land übernehmen. Dann soll der Nato-Kampfeinsatz enden. Der afghanische Präsident Hamid Karsai hatte am Donnerstag überraschend eine Übernahme der Verantwortung bereits 2013 gefordert.

Unterdessen berichteten US-Medien, dass der US-Soldat, der am vergangenen Sonntag in Afghanistan 16 Zivilisten getötet haben soll, unter Stress und Alkoholeinfluss stand.

Wie die «New York Times» am Donnerstag (Ortszeit) unter Berufung auf einen ungenannten Regierungsvertreter berichtete, hatte der Unteroffizier in der fraglichen Nacht Alkohol getrunken. Außerdem habe er im Zusammenhang mit seinem vierten Kampfeinsatz unter Stress gestanden und wegen der Einsätze Probleme mit seiner Frau gehabt, hieß es.

Im Einsatz in Afghanistan ist US-Soldaten der Konsum von Alkohol strikt verboten. «Am Ende wird es eine Kombination aus Stress, lkohol und häuslichen Problemen sein - er ist einfach ausgerastet», sagte der Regierungsvertreter, der dem Bericht zufolge über die Untersuchungsergebnisse informiert wurde. Nach seinen Angaben soll der mutmaßliche Amokschütze bereits in Kürze in die USA gebracht werden, vermutlich nach Fort Leavenworth im US-Bundesstaat Kansas. Er war Medienberichten zufolge bereits von Afghanistan aus auf eine US-Militärbasis in Kuwait gebracht worden.

Die Verlegung des Soldaten möglicherweise noch am Freitag sei das Ergebnis von Verhandlungen mit der kuwaitischen Seite, die den mutmaßlichen Amokschützen nicht länger im Land behalten wolle, hieß es. Das Parlament in Kabul hatte ein öffentliches Verfahren gegen den Mann in Afghanistan gefordert. Die Identität des US-Soldaten ist nach wie vor nicht bekannt. Auch eine Anklage wurde noch nicht erhoben.

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Isaf-Mitteilung
Konflikte / Afghanistan / Türkei
16.03.2012 · 11:10 Uhr
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