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Tornado bringt Tod und Verwüstung nach Mississippi

In Yazoo City im US-Bundesstaat Mississippi hat ein Tornado mindestens zehn Menschenleben gefordert.Großansicht
Washington (dpa) - Mindestens zehn Tote, Dutzende Verletzte, verheerende Schäden: Ein Tornado hat am Samstag im US-Staat Mississippi eine Schneise der Verwüstung gezogen. Und es könnte noch schlimmer kommen: Rettungsmannschaften suchten am Sonntag in den Trümmer-Landschaften weiter nach Vermissten.

Sprecher der staatlichen Behörde für Katastrophenmanagement (MEMA) äußerten die Befürchtung: «Die Zahl der Opfer wird vermutlich weiter steigen.» Unter den Toten sind drei Kinder, darunter ein drei Monate altes Baby.

Gouverneur Haley Barbour rief in 17 Landkreisen des südlichen US-Staates den Notstand aus. Ganze Siedlungen wurden dem Erdboden gleichgemacht. Tausende Menschen waren ohne Strom. Am stärksten betroffen war Yazoo County mit dem 14 500-Seelen-Städtchen Yazoo City: Dort reihen sich Trümmerberge an Trümmerberge, vier Menschen starben, mehr als 30 wurden verletzt. Straßen sind unpassierbar, Freiwillige halfen dabei, Baumstämme und Äste zu zersägen, um Such- und Rettungsteams den Zugang zu den zerstörten Häusern leichter zu machen. Fassungslos standen Gläubige auch vor den Trümmern ihrer Baptisten-Kirche, in die sie jeden Sonntag zum Gottesdienst kommen.

Yazoo City ist Barbours Heimatstadt, und so schlimm war am Samstag das Bild der Verwüstung, dass es ihm die Tränen in die Augen trieb. «Das ist gewaltig, das erinnert mich an (den Hurrikan) Katrina», sagte der Gouverneur. «Katrina» hatte vor fast fünf Jahren Louisiana heimgesucht und schwere Überflutungen in New Orleans ausgelöst. Etwa 1800 Menschen kamen ums Leben.

Tatsächlich erreichte auch der Tornado in Mississippi enorme Windgeschwindigkeiten von bis zu 240 Stundenkilometern, berichtete der Sender CNN am Sonntag. Daneben habe es eine Serie «kleinerer» Wirbelstürme gegeben. Tornados suchten auch Louisiana, Arkansas, Alabama und Georgia heim und hinterließen ebenfalls zum Teil erhebliche Schäden.

Augenzeugen in Mississippi schilderten, mit welcher Wucht der Sturm zuschlug. «Wir konnten spüren, wie das Glas und die Trümmer herumflogen und uns schnitten», zitierte CNN Stacey Walker aus Yazoo City, die in einem Friseursalon Schutz suchte. «Es schien, als würde es Minuten um Minuten dauern, aber ich bin sicher, es waren nur Sekunden.» Stacey überlebte den Tornado unverletzt. Später erfuhr sie, dass eine Freundin aus Highschool-Tagen ihr Leben verlor, während sie ihre Kinder schützte.

Dale Thrasher suchte Zuflucht in der Sakristei der Hillcrest Baptist Church und erlebte zusammengekauert unter einem Pult mit, wie die Kirche dem Erdboden gleichgemacht wurde. «Das ganze Gebäude fiel um mich herum zusammen», erzählte er CNN. Ein Ehepaar wollte vor dem Eintreffen des Tornados Schutz im Kühlraum eines Restaurants in der Stadt suchen, aber schaffte es nicht mehr: Nach eigenen Angaben wurde ihr Fahrzeug von dem Sturm erfasst, über eine Kreuzung und dann ins Restaurant geschleudert. Das Paar überlebte, das Gebäude wurde zerstört.

Teilweise war die Schneise der Verwüstung etwa eineinhalb Kilometer breit. Ein Behördensprecher verglich das Ausmaß mit einem Riesen-Rasenmäher, der sich vorwärts pflügt und nichts mehr stehen lässt. Autos flogen durch die Luft, und Bäume fielen wie Domino- Steine, beschrieb es eine Augenzeugin.

Barbour entsandte Mitglieder der Nationalgarde, um etwaige Plünderungen zu verhindern. Auch das Rote Kreuz und die Heilsarmee waren im Einsatz.

Unwetter / USA
25.04.2010 · 15:38 Uhr
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