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Todesstrafe in den USA: Giftspritze in der Kritik

HinrichtungsraumGroßansicht

Washington (dpa) - In den USA sinkt die Zustimmung zur Todesstrafe. Das Mittel für die Giftspritze wird knapp, denn Apotheken weigern sich, die benötigten Dosen zu liefern. Geht es nach dem Willen der Befürworter, könnten Verurteilte bald wieder vor dem Erschießungskommando stehen.

In den USA sollen am Mittwoch zwei verurteilte Mörder hingerichtet werden. Viele Pharmafirmen und Apotheken verkaufen aber mittlerweile aus ethischen oder rechtlichen Gründen, das für Hinrichtungen zumeist verwendete Mittel Pentobarbital nicht mehr. Bei den Behörden kommt es deshalb zu Engpässen an dem Mittel. Ersatzstoffe stehen in der Kritik, weil sie zu einem qualvollen Tod führen können.

Michael Taylor soll in Missouri für die Vergewaltigung und den Mord an einer 15-Jährigen im Jahr 1989 hingerichtet werden. Eine Apotheke im Nachbarstaat Oklahoma teilte mit, sie werde Pentobarbital nicht mehr an die Gefängnisbehörden Missouris verkaufen. Taylor hatte sie zuvor verklagt. Die Hinrichtung werde dennoch vollstreckt, sagte ein Sprecher des Gouverneurs.

In Florida sitzt Paul Howell wegen der Tötung eines Polizisten durch eine Rohrbombe 1982 in der Todeszelle. Auch er soll am Mittwoch hingerichtet werden. Seine Anwälte sagten, ein vor dem Todesgift injiziertes Beruhigungsmittel sei nicht stark genug, um die Schmerzen des tödlichen Mittels zu blockieren.

Wegen der Engpässe beim verwendeten Mittel denken Unterstützer der Todesstrafe in mehreren Bundesstaaten mittlerweile laut über eine Rückkehr zum Elektrischen Stuhl oder zum Erschießungskommando nach. Sie stoßen bei ihrer Suche nach Alternativen zur Giftspritze jedoch auf Widerstand. In Virginia wurde ein Gesetzesvorschlag zur Wiedereinführung des Elektrischen Stuhls im Senat aufgehalten. In Wyoming lehnte der Senat ein Gesetz ab, dass Hinrichtungen durch ein Erschießungskommando erlauben würde.

Die Unterstützung für die Todesstrafe sinkt zugleich in den USA. Dies geht aus einer im Februar veröffentlichten Umfrage des Pew Research Centers hervor. 55 Prozent der US-Bürger waren für die Todesstrafe, 37 Prozent dagegen. 1996 hatte es noch 78 Prozent Befürworter gegeben.

Die Todesstrafe ist in 32 der 50 US-Bundesstaaten erlaubt. Seit ihrer Wiedereinführung 1976 wurden 1367 Menschen hingerichtet, 71 davon in Missouri. Dort sitzen 48 Menschen in der Todeszelle. In Florida wurden 83 Menschen hingerichtet, 412 warten auf die Vollstreckung der Todesstrafe. An der Spitze steht Texas mit 510 Hinrichtungen, gefolgt von Virginia und Oklahoma mit jeweils 110.

Justiz / Todesstrafe / USA
25.02.2014 · 13:27 Uhr
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