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Times-Square-Bomber machte Probelauf vor Anschlag

Überwachungsvideo vom Times SquareGroßansicht
New York (dpa) - Einen Tag vor seinem gescheiterten Anschlag auf dem New Yorker Times Square hat der mutmaßliche Täter Faisal Shahzad offensichtlich einen Probelauf gemacht.

Nach CNN-Angaben vom Donnerstag war der 30-Jährige am vergangenen Freitag mit einem weißen Geländewagen zu dem belebten Platz im Herzen Manhattans gefahren. Aus dem Auto heraus habe er den Times Square inspiziert und den besten Platz gesucht, an dem er einen anderen, zur Bombe umgebauten Geländewagen abstellen könnte. Auch fünf Tage nach dem fehlgeschlagenen Anschlag war indes nicht klar, ob Shahzad allein gehandelt hat oder etwa die pakistanischen Taliban verwickelt sind.

CNN berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass Shahzad nach dem Probelauf seinen weißen Wagen in einer Seitenstraße abgestellt hat. Dann sei er mit dem Zug zurück in seinen Heimatort Bridgeport gefahren, etwa 90 Kilometer nördlich von New York im Bundesstaat Connecticut.

Bei der Ausführung habe er aber einen Fehler gemacht. Demnach diente der Probelauf auch dazu, das weiße Auto als Fluchtfahrzeug bereitzustellen. Als er seinen dunklen Geländewagen mit dem Sprengsatz auf dem Times Square abgestellt hatte und zu dem weißen Wagen gehen wollte, merkte er aber, dass er die Schlüssel für den Fluchtwagen in dem dunklen Auto vergessen hatte, in dem schon die Bombe tickte. Deshalb sei er am Samstag um 19 Uhr Ortszeit wieder mit dem Zug nach Hause gefahren. Eine halbe Stunde vorher war der verdächtige Wagen von einem Straßenhändler bemerkt worden.

Shahzad hatte nach seiner Verhaftung am Dienstag zugegeben, den mit Gasflaschen und Benzinkanistern zu einer Autobombe umgebauten Geländewagen auf dem von Touristen und Theaterbesuchern bevölkerten Times Square abgestellt zu haben. Der Sprengsatz zündete jedoch nicht, niemand kam zu Schaden. Die Polizei hatte das berühmteste Stück des Broadways stundenlang gesperrt.

Gut 53 Stunden später wurde Shahzad, ein Pakistaner mit US-Pass, in einem Flugzeug festgenommen, mit dem er sich gerade nach Pakistan absetzen wollte. Laut CNN kam die Festnahme für ihn nicht überraschend. «Seid Ihr von der New Yorker Polizei oder vom FBI?», soll er die Beamten gefragt haben. Die hätten ihre Marke gezogen und «CBP» gesagt. Die vor sieben Jahren gebildete United States Customs and Border Protection, eine Art Zoll- und Grenzschutzbehörde, ist vor allem an Flughäfen aktiv.

Nach Informationen der «New York Times» mehren sich nun doch die Hinweise, dass der 30-Jährige von den pakistanischen Taliban beeinflusst und trainiert wurde. Das sei ein Ergebnis der Verhöre des Mannes, zudem gebe es weitere Indizien. Die Zeitung zitierte US-Ermittler mit den Worten, dass eine radikale Gruppe, von der man dies vorher nicht erwartet hätte, eine Rolle in dem Anschlag gespielt haben könnte.

Zuvor hatten US-Medien berichtet, dass es wohl keine Hinweise auf eine Beteiligung der Taliban gebe. Auch ein hoher Mitarbeiter des Weißen Hauses sagte, es gebe keinerlei Beweis für eine Beteiligung der pakistanischen Taliban. Shahzad selbst hatte auch immer betont, er habe allein gehandelt. Allerdings hatte sich eine pakistanische Taliban-Gruppe nach dem Anschlag zu der Tat bekannt, ohne aber Einzelheiten zu nennen.

Der Pakistaner, der seit einem Jahr einen US-Pass hat, gab bei der Vernehmung aber auch an, im vergangenen Sommer bei einem Urlaub in seinem Heimatland an einem Bombentraining teilgenommen zu haben. Der Sohn eines pensionierten Luftwaffen-Generals war in den vergangenen Jahren oft in Pakistan. Mittlerweile leben auch seine Frau und seine Kinder wieder in dem Land.

Terrorismus / Notfälle / USA
06.05.2010 · 15:54 Uhr
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