News
 

Thierse: «Jahrzehntelanges Schweigen unerträglich»

Berlin (dpa) - Nach dem Rücktrittsgesuch des Augsburger Bischofs Walter Mixa geht die Debatte über den Umgang mit Fällen von Kindesmisshandlungen weiter. Wolfgang Thierse (SPD), Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken, sagte im Deutschlandradio Kultur, der Schaden sei erheblich.

Er kritisierte das lange Zögern Mixas, bevor dieser die Prügelvorwürfe eingeräumt habe. «Es ist offensichtlich eine Art Sonderbewusstsein eines deutschen Bischofs gewesen, der meinte, durch Amt und Weihe sei er etwas anderes als andere Menschen.»

«Das jahrzehntelange Schweigen und Zudecken ist das Unerträgliche», sagte der Bundestagsvizepräsident. Die Amtskirche könne nicht so weitermachen wie bisher. «Es waren Geweihte, die in den Opfern Jesus Christus noch einmal ans Kreuz geschlagen haben.» Thierse sagte weiter, es sei «sichtbar», dass die katholische Kirche dabei ist, die Konsequenzen zu ziehen.

Nach wochenlanger Kritik an seiner Person hatte Mixa am Mittwoch Papst Benedikt XVI. seinen Rücktritt angeboten. Zur Begründung hatte er am Donnerstag gesagt, er wolle weiteren Schaden von der Kirche abwenden. Er war unter massiven Druck geraten, weil er in seiner Zeit als Stadtpfarrer im oberbayerischen Schrobenhausen (1975 bis 1996) Heimkinder geschlagen haben soll. Mixa hatte dies zunächst geleugnet, dann aber doch «Ohrfeigen» eingeräumt.

Kirchen / Kriminalität / Reaktionen
23.04.2010 · 10:28 Uhr
[0 Kommentare]

Die aktuellen Schlagzeilen

 
 

News-Suche

 

News-Archiv

 
Diese Woche
Letzte Woche
Vorletzte Woche
Top News

Weitere Themen