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Thierse: Gedenken Genugtuung für Angehörige

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Berlin (dpa) - Mit dem Gedenken an die Opfer der Mordserie von Neonazis wird nach den Worten von Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Thierse den Angehörigen Genugtuung verschafft.

«Ihr Leid muss ernst genommen werden und der Blick selbstkritisch auf falsche Verdächtigungen gerichtet werden», sagte der SPD-Politiker am Donnerstag im Radiosender NDR Info. Die deutschen Sicherheitsbehörden hätten die Täter jahrelang im Migranten-Milieu vermutet und teilweise sogar die Angehörigen der Opfer verdächtigt.

Die Tochter eines der Ermordeten beklagte, ihre Familie habe lange mit falschen Verdächtigungen leben müssen. Semiya Simsek sagte im Sender Antenne Bayern, zeitweise habe sogar ihre Mutter als Tatverdächtige gegolten. Simseks Vater, ein türkischstämmiger Blumenhändler in Nürnberg, war im Jahr 2000 an seinem Verkaufsstand erschossen worden.

In einer Gedenkveranstaltung in Berlin mit etwa 1200 Gästen soll ab 10.30 Uhr an die Opfer der Verbrechen erinnert werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hält bei der Veranstaltung im Konzerthaus am Berliner Gendarmenmarkt die Hauptrede. Ursprünglich war dafür Bundespräsident Christian Wulff vorgesehen. Er war am Freitag zurückgetreten.

Parallel zu der Veranstaltung sollen um 12.00 Uhr mit bundesweiten Schweigeminuten die zehn Menschen geehrt werden, die in den Jahren 2000 bis 2007 von Mitgliedern einer Neonazi-Zelle getötet wurden. Dazu haben Gewerkschaften und Arbeitgeber aufgerufen. Beteiligen wollen sich neben Betrieben und Verwaltungen zahlreiche Schulen. In Berlin und Hamburg soll der öffentliche Nahverkehr am Mittag für eine Minute ruhen. Auch Radiosender wollen ihr Programm kurz unterbrechen.

Extremismus / Kriminalität
23.02.2012 · 10:54 Uhr
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