News
 

Thaksins Milliardenvermögen teilweise beschlagnahmt

Thaksin ShinawatraGroßansicht
Bangkok (dpa) - Thailand beschlagnahmt mehr als die Hälfte des Milliardenvermögens von Ex-Regierungschef Thaksin Shinawatra.

Das höchste Gericht urteilte am Freitag, der 2006 vom Militär gestürzte Politiker habe seinen Anteil am Familienbesitz verschleiert und sein Firmenimperium durch politische Entscheidungen begünstigt. Insgesamt könne der Staat 46 der gut 76 Milliarden Baht (1,7 Milliarden Euro) einbehalten, hieß es in dem mit Spannung erwarteten Richterspruch.

Die Regierung befürchtete nach dem Urteil Unruhen, die das tief gespaltene Land erneut in politisches Chaos stürzen könnten. Sie stationierte rund um das Gerichtsgebäude und in ganz Bangkok tausende Sicherheitskräfte. Die Armee ist in Alarmbereitschaft. Der Ex-Premier ist vor allem bei der armen Landbevölkerung höchst populär. Thaksin-Anhänger hatten für den Fall eines Schuldspruchs Demonstrationen angekündigt. Sie wollten das Urteil zum Anlass für eine neue Protestwelle gegen die Regierung nutzen.

Nach Überzeugung des Gerichts hatten Thaksin und seine Frau ihre Anteile am Familienimperium Shin Corp bei seinem Amtsantritt 2001 nur zum Schein an Kinder, Verwandte und Geschäftspartner verkauft. In Wirklichkeit hätten sie die Kontrolle behalten. Nach dem Gesetz darf ein Amtsinhaber aber nur fünf Prozent Anteile an einer Firma halten. Zudem kamen die Richter zu dem Schluss, dass Thaksin mit seiner Politik zur Bereicherung der Shin Corp beitrug und ihm daraus resultierende Gewinne deshalb nicht zustehen. Die Familie hatte ihre Shin-Corp-Anteile 2006 an den staatlichen singapurischen Investmentfonds Temasek verkauft und dabei gut 1,8 Milliarden Dollar Gewinn gemacht - steuerfrei.

Der Gewinn hatte damals Empörung ausgelöst und zu Massenprotesten gegen Thaksin geführt. Das Militär putschte schließlich im September 2006, als Thaksin im Ausland war, und warf ihm Korruption vor. Das Vermögen, das auf thailändischen Konten liegt, wurde 2007 eingefroren. Thaksin kehrte vorübergehend in seine Heimat zurück, flüchtete aber 2008 kurz vor seiner Verurteilung zu zwei Jahren Haft wegen Amtsmissbrauchs. Er lebt seitdem im Exil, zurzeit in Dubai. «Ich betone noch mal, dass meine Familie und ich das Geld durch harte Arbeit und nicht mit Korruption verdient haben», schrieb er am Freitag auf seiner Webseite.

Seine Anhänger haben für das übernächste Wochenende eine Massendemonstration angekündigt, die erst enden soll, wenn die Regierung gefallen ist. Parteigänger Thaksins hatten die Wahl 2007 - ein Jahr nach dem Putsch - gewonnen. Sie wurden nach Massenprotesten von Royalisten und Vertretern der alten Elite aus dem Amt vertrieben. Der jetzige Premierminister Abhisit Vejjajiva kam vor gut einem Jahr nach Stimmverschiebungen im Parlament an die Macht.

Innenpolitik / Kriminalität / Thailand
26.02.2010 · 17:14 Uhr
[0 Kommentare]

Die aktuellen Schlagzeilen

 
 

 

News-Archiv

 
Diese Woche
25.05.2017(Heute)
24.05.2017(Gestern)
23.05.2017(Di)
22.05.2017(Mo)
Letzte Woche
Vorletzte Woche
Top News

Weitere Themen