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Thailands Protestführer droht mit Eskalation

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Bangkok (dpa) - Nach zwei Tagen friedlicher Massendemonstrationen gegen die Regierung von Thailand hat der Hauptwidersacher von Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra für Mittwoch eine Eskalation angedroht. Diese lehnte am Dienstag den Rücktritt erneut ab. Ein Kompromiss war nicht in Sicht.

Die Armee zeigte sich zufrieden, dass die Proteste bisher friedlich verlaufen waren. Die Tourismusbehörde blieb dabei, dass Bangkok ohne Probleme bereist werden könne. Zahlreiche Botschaften haben Landsleute jedoch dringend aufgerufen, Menschenansammlungen in Bangkok zu meiden.

«Die Regierungsgebäude werden alle abgeriegelt, ich übernehme die Führung», rief der Anführer der Demonstranten, Suthep Thaugsuban, am Dienstag unter dem Jubel von Anhängern an einer der besetzten Straßenkreuzungen. «Wir werden bei den Kabinettsmitgliedern zu Hause den Strom und das Wasser abdrehen.»

An anderer Stelle drohte er, die Regierungschefin und Minister als Geiseln zu nehmen, berichtete der staatliche Rundfunk MCOT. Suthep wirft der Regierung und Yinglucks Familie Selbstbereicherung und Untergrabung der demokratischen Institutionen vor. Er verlangt ihren Rücktritt und eine Verschiebung der Wahlen. Der Clan hat seit 2001 alle Wahlen gewonnen.

«Wir verdienen faire und freie Wahlen, die den wahren Willen des Volkes hervorbringen. Deshalb brauchen wir vor Wahlen Reformen», sagte Suthep. Internationale Beobachter hatten die letzten Wahlen im Sommer 2011 als weitgehend frei und fair beurteilt. Suthep wirft der Regierung aber vor, Stimmen gekauft zu haben. Bei einer baldigen Neuwahl deuten Umfragen auf einen erneuten Sieg Yinglucks hin.

Die Demonstranten behielten am Dienstag sieben wichtige Kreuzungen teils in der Innenstadt besetzt. Die Protestierer marschierten außerdem zu zahlreichen Ministerien und öffentlichen Gebäuden. Sie riefen Beamte auf, sich dem Protest anzuschließen. In den meisten Ministerien arbeitete aber nur eine Rumpfmannschaft. So zogen die Demonstranten nach einigen Stunden wieder ab.

Yingluck wies Rücktrittsforderungen erneut zurück. «Ich bleibe im Amt, um das demokratische System hochzuhalten, das dem thailändischen Volk gehört», schrieb sie auf ihrer Facebook-Seite. Am Sonntag soll sie angeblich zum Rücktritt bereit gewesen sein, wie die Zeitung «Nation» berichtete. Ihr Bruder, Ex-Regierungschef Thaksin Shinawatra, der im Exil lebt und von dort die Regierungspartei steuert, habe sie davon abgehalten, meldete die regierungskritische Zeitung unter Berufung auf nicht genannte Quellen innerhalb der Regierungspartei.

Demonstrationen / Regierung / Wahlen / Thailand
14.01.2014 · 14:07 Uhr
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