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Thailand und Indonesien gedenken der Tsunami-Opfer

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Banda Aceh (dpa) - Tausende Menschen haben am Montag in Thailand und Indonesien der Opfer des verheerenden Tsunami am 26. Dezember 2004 gedacht. Auf der Insel Phuket im Golf von Thailand und in der Provinz Aceh auf Sumatra beteten Buddhisten, Muslime und Christen gemeinsam für die etwa 230 000 Opfer.

Allein entlang der Westküste von Sumatra starben 170 000 Menschen. In Aceh kamen Angehörige an dem Massengrab in Siron zusammen. Nach der Tragödie mussten viele Leichen anonym bestattet werden.

An einem Golfplatz in der Nähe der Provinzhauptstadt Banda Aceh pflanzten Kinder symbolisch tausende Papierblumen. Kinder aus der japanischen Stadt Kobe, in der vor 16 Jahren 6000 Menschen bei einem Erdbeben umkamen, hatten die Blumen mit Botschaften geschickt. «Lasst uns das Leben zusammen meistern«, stand auf einem Blatt sinngemäß. «Wir nennen sie "Blumen der Zukunft", sagte Ryo Nishikawa von einer japanischen Hilfsorganisation, die das Projekt organisierte.

Die achtjährige Aliya Humaira, die in Aceh damals fast ihre ganze Familie verlor, beschrieb ihr eigenes Blumenblatt. «Ich liebe Papa, ich liebe Mama, ich liebe meine Schwester Icha und meinen Bruder Kiki» stand darauf. «Ich bringe sie jedes Jahr hierher», sagte ihre Großmutter Khamariyah, «damit sie die Familie nicht vergisst.»

Auf Phuket kamen am Morgen Einheimische und Touristen in Mai Khao an einem Denkmal zum Gebet für die rund 5400 Menschen zusammen, die durch den Tsunami in Thailand ums Leben kamen. Knapp die Hälfte davon waren ausländische Touristen. Angehörige legten Kränze nieder. Das Denkmal ist aus einer Mauer entstanden, die ursprünglich gebaut worden war, um Kühlcontainer vor Blicken zu schützen. in denen Leichen identifiziert wurden. Am populären Patong-Strand sollten am Abend Kerzen und Lampions angezündet werden.

Der Meteorologe Smith Dharmasaroja warnte bei einem Vortrag auf Phuket, dass ein ähnliches Drama erneut passieren könne, weil Thailand kein funktionierendes Tsunamiwarnsystem habe. Für die Bojen, die vom Meer aus Messdaten liefern sollen, fehlten Ersatzteile und die Warnanlagen an Land seien ebenfalls teils nicht in Betrieb. «Unser Frühwarnsystem ist noch nicht perfekt», räumte Premierministerin Yingluck Shinawatra in Bangkok ein. Die Killerwellen wurden von einem Erdbeben der Stärke 9,3 vor Sumatra ausgelöst. Sie breiteten sich über den gesamten Indischen Ozean bis nach Indien und Sri Lanka aus, wo auch Tausende Menschen ums Leben kamen.

Die Touristenregion am Golf von Thailand hat sich von dem Desaster erholt. Tourismuschefin Bang-ornrat Shinaprayon rechnet mit 5,1 Millionen Besuchern in diesem Jahr. Im Jahr der Katastrophe waren es vier Millionen. Die Tsunamiwellen trafen die Phi Phi Inseln östlich von Phuket und die Khao Lak auf dem Festland weiter nördlich besonders hart. Dort wurden zahlreiche Hotelanlagen überspült und mehr als 2000 Touristen kamen ums Leben. Weiter nördlich zerstörten die Wellen zahlreiche einheimische Dörfer.

Katastrophen / Thailand
26.12.2011 · 11:45 Uhr
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