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Texas Gouverneur steigt ins Wahlrennen ein

Der Gouverneur von Texas, Rick Perry (r), will US-Präsident Barack Obama herausfordern. (Archivbild)

Washington (dpa) - Das Rennen bei den US-Republikanern um die Präsidentschaftskandidatur 2012 gewinnt an Schwung: Der texanische Gouverneur Rick Perry warf am Samstag seinen Hut in den Ring.

Der streng konservative 61-jährige, der seinen Posten Ende 2000 von George W. Bush übernommen hatte, gab seine Bewerbung am Samstag in Charleston (South Carolina) bekannt.

Experten räumen dem Farmerssohn und ehemaligen Luftwaffen-Piloten gute Chancen ein, im republikanischen Vorwahlrennen zumindest kräftig mitzumischen. Perry verband seine Antrittsrede mit massiver Kritik an Präsident Barack Obama, dem er vorwarf, das Land innen-und außenpolitisch heruntergewirtschaft zu haben.

Im Schatten seiner Ankündigung stellte sich im US-Staat Iowa eine Reihe der bisherigen republikanischen Bewerber einer Testabstimmung. Die traditionelle volksfestartige «Straw Poll» gewann die radikalkonservative Kongressabgeordnete Michele Bachmann, die von der populistischen Tea Party gestützt wird. Sie hatte sich bereits in zwei vorausgegangenen Fernseh-Wahldebatten überraschend gut behauptet.

Allerdings hat ihr Sieg nur begrenzte Aussagekraft. Der Gewinner hat bisher in den seltensten Fällen die Präsidentschaftskandidatur oder gar den Einzug ins Weiße Haus geschafft. Aber der Spitzenplatz sichert in der Regel zumindest ein längeres Verbleiben im Rennen. Für deutliche Verlierer dagegen läutet das Votum häufig den Anfang vom Ende im parteiinternen Wettbewerb ein. Der bisherige Spitzenreiter im republikanischen Bewerberfeld und Exgouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, hatte sich nicht aktiv an der Abstimmung beteiligt.

«Ich bin nach South Carolina gekommen, weil ich mich nicht zurücklehnen und den Weg akzeptieren werde, auf dem sich Amerika befindet», rief Perry in Charleston unter dem Jubel seiner Zuhörer aus. «Es ist Zeit, den Leuten im Weißen Haus die Entlassungspapiere zu geben.»

Insbesondere ging Perry, ein Vertreter der religiösen Rechten, mit Obamas Wirtschaftspolitik ins Gericht, prangerte er die hohe Staatsverschuldung und Arbeitslosigkeit an. Der Demokrat habe mehr verschuldet als die jüngste Herabstufung der US-Kreditwürdigkeit durch die größte amerikanische Ratingagentur.«Er hat die Hoffnung auf eine bessere Zukunft für unsere Kinder geschmälert», sagte Perry. «Es ist Zeit, die Amerikaner wieder zum Arbeiten zu bringen.»

Perry gilt insbesondere als ernsthafter Herausforderer für Romney, der vielen Partei-Fundamentalisten nicht konservativ genug ist. Umgekehrt könnte er nach Experteneinschätzung Bachmann das Wasser abgraben, weil er über eine langjährige Regierungserfahrung verfügt und «wählbarer» erscheint als die Abgeordnete.

Nach Bachmann landete der Abgeordnete Ron Paul bei der Testabstimmung in Iowa auf dem zweiten Platz. Der Exgouverneur von Minnesota, Tim Pawlenty, musste sich mit Rang drei begnügen - als mögliches Zeichen dafür, dass er nicht über die nötige Organisation und die nötige Unterstützung verfügt, um den Vorwahlkampf über längere Zeit fortzusetzen.

Die erste Vorwahl findet in fünf bis sechs Monaten statt, die Präsidentschaftswahl dann im November 2012.

Wahlen / USA
14.08.2011 · 09:05 Uhr
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