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Terroralarm in US-Flugzeug nach Schuhbomber-Witz

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Washington (dpa) - Er rauchte heimlich auf der Flugzeugtoilette und machte einen folgenschweren Witz, als er dabei ertappt wurde: Mit seinem auffälligen Verhalten an Bord eines amerikanischen Passagierjets löste ein arabischer Diplomat Terroralarm aus.

Der Mitarbeiter der Botschaft des Emirats Katar wurde auf dem Flug von Washington DC nach Denver am Mittwochabend (Ortszeit) von sogenannten Sky Marshals überwältigt, nachdem er ihnen gegenüber erklärt hatte: «Ich setze meine Schuhe in Brand», wie der US-Fernsehsender ABC berichtete.

Möglicherweise habe es sich nur «um ein massives Missverständnis» gehandelt, zitierte ABC einen Sicherheitsbeamten. Die Äußerung sei allem Anschein nach «sarkastisch» gemeint gewesen. Dem Sender NBC zufolge wurde der Diplomat von den Luftsicherheitsbeamten wegen des Rauchs auf der Toilette angesprochen. Nach seiner Antwort, er habe seine Schuhe anzünden wollen, rangen die Beamten ihn nieder.

Zwei F16-Kampfjets eskortierten die Boeing 757 daraufhin nach Denver, wo sie auf eine abgelegen Teil des Flughafens geleitet wurde. Die 157 Passagiere und sechs Crewmitglieder des United-Airlines- Fluges 663 wurden nach der Landung mehr als eine Stunde an Bord festgehalten und nach dem Aussteigen von den Behörden befragt. Selbst Präsident Barack Obama wurde an Bord seiner Air Force One auf dem Flug nach Prag von Sicherheitsberatern über den Vorfall informiert, verlautete aus dem Weißen Haus.

Bei dem Diplomaten sei letztlich kein Sprengstoff gefunden worden. Auch eine Suche mit Spürhunden nach Bomben sei ergebnislos verlaufen. Der Mann muss Medienberichten zufolge wohl nicht mit einer Strafanzeige rechnen.

Laut der «Washington Post» handelt sich bei dem Übeltäter um Mohammed Al-Madadi, einem Botschaftssekretär im Alter von Mitte 20. Er sei dienstlich auf dem Weg nach Denver gewesen, zitierte NBC den Botschafter von Katar in den USA, Ali bin Fahad Al-Hajri. Madadi gibt auf seinem Profil beim sozialen Netzwerk LinkedIn.com an, seit 2007 in Washington zu leben und dort Informationstechnologie studiert zu haben.

Der Vorfall hatte zuerst an den «Schuh-Bomber» Richard Reid erinnert, der 2001 ein US-Flugzeug mit einer im Schuh versteckten Bombe in die Luft sprengen wollte. Auch ließ er Erinnerungen an den Anschlagversuch eines jungen Nigerianers auf einen voll besetzen US- Passagierjet am ersten Weihnachtsfeiertag vergangenen Jahres wach werden. Dieser hatte versucht, über Detroit einen in seiner Unterwäsche versteckten Sprengsatz zu zünden. Dabei war er von anderen Passagieren und Crewmitgliedern überwältigt worden. Der Vorfall hatte in den USA, aber auch weltweit eine Debatte über schärfere Sicherheitsstandards ausgelöst.

In den USA führte der Attentatsversuch an Weihnachten dazu, dass Flugpassagiere aus 14 Ländern besonders sorgfältig überprüft wurden, wobei Katar nicht dazugehörte. Die Regelung wurde inzwischen durch neue Sicherheitsmaßnahmen abgelöst.

Luftverkehr / Sicherheit / USA
08.04.2010 · 12:17 Uhr
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