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Terre des Hommes warnt vor Auslandsadoption nach Naturkatastrophen

Lausanne (dts) - Nach den Erdbeben in Chile und Haiti warnt der Adoptions-Experte Bernd Wacker von der Kinderhilfsorganisation Terre des Hommes dringend vor Auslandsadoptionen. "Der Glaube, man müsse ein Kind nur aus der kritischen Situation herausholen und alles werde gut, geht an der Realität vorbei", sagte der katholische Theologe und Vater zweier Adoptivkinder dem Nachrichtenmagazin "Focus". Eine Auslandsadoption bedeute für ein Kind eine "psychische Amputation" und könne nur der letzte Ausweg sein. Die Kinder seien "bei Verwandten im Heimatland wahrscheinlich besser aufgehoben". Wenn ein von Gewalt oder Katastrophen traumatisiertes Kind zu einem Paar komme, dessen Motiv unerfüllter Kinderwunsch sei, träfen zwei Probleme aufeinander. "Das kann nur schief gehen", so Wacker. "Eine Adoption ist kein Verfahren zur Komplettierung kinderloser Paare." Weltweit führend bei den Auslandsadoptionen sind laut "Focus" die USA. In den Vereinigten Staaten wurden nach gerade veröffentlichten Zahlen im Jahr 2009 aus dem Ausland 13.000 Kinder adoptiert.
Schweiz / Unglücke / Gesellschaft
14.03.2010 · 08:54 Uhr
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