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Tausende sitzen auf Pariser Flughafen fest

Paris (dpa) - Chaos an Heiligabend auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle: Etwa 2000 Passagiere saßen auf Europas drittgrößtem Flughafen fest. Übermüdet, frustriert und verärgert mussten sie erleben, wie bereits am Morgen 400 der geplanten 1160 Flüge gestrichen wurden.

Der Grund: Am Flughafen gab es kaum noch das Enteisungsmittel Glykol für die Flugzeuge. Bis Mittag wurde daher auf Empfehlung der Zivilluftfahrtbehörde die Hälfte, am Nachmittag dann noch immerhin 35 Prozent aller geplanten Flüge gestrichen.

Als ein Hallendach unter den Schneemassen nachzugeben drohte, musste das Terminal 2E geräumt werden. Es ist das gleiche Terminal, dessen Dach im Jahr 2004 kurz nach seiner Eröffnung eingestürzt war und vier Reisende getötet hatte. Feuerwehrleute wollten das Dach bis zum Nachmittag geräumt haben. Unklar blieb zunächst, ob die Masse der Reisenden noch rechtzeitig vor Heiligabend ans Ziel gelangen würde.

Die Probleme verschärften sich durch einen Streik beim nationalen Glykol-Hersteller. Nach Informationen des TV-Senders BFM soll Nachschub aus Deutschland sowie per Frachtflieger aus den USA importiert werden. «Es gibt kein Chaos im Zugverkehr, es gibt kein Chaos auf den Straßen, aber es gibt ein echtes Problem beim Enteisungsmittel, das zur Zeit auf dem Flughafen fehlt», sagte der für den Verkehr zuständige französische Staatssekretär Thierry Mariani dem Rundfunksender France Inter.

Er sah die Airlines bei der Versorgung der Reisenden in der Pflicht. «Was da passiert, ist nicht normal; die Fluggesellschaften haben die Pflicht zu helfen, Orientierung zu geben und eventuell das Ticket zu ersetzen.» Einige Airlines hätten gut reagiert, andere weniger. Die gestrandeten Passagiere beklagten vor laufender Kamera vor allem einen Mangel an Information. Vor den Schaltern bildeten sich schon am Morgen lange Warteschlangen. Obwohl die Behörden Feldbetten und warme Decken zur Verfügung gestellt hatten, mussten viele in den Terminals auf dem Boden schlafen. Von den Ausfällen betroffen waren Kurz- und Mittelstrecken-Flüge.

Beeinträchtigungen gab es am Nachmittag auf den Straßen, vor allem im Nordosten des Landes, wo die Behörden Notaufnahmelager für gestrandete Autofahrer einrichteten. Die Passagiere eines zwischen den Orten Amiens und Tergnier liegengebliebenen Regionalzugs mussten in der Nacht stundenlang auf Hilfe warten. Die Heizung in den Waggons habe funktioniert, teilte die Bahn mit. Am Ärmelkanal kam der Straßenverkehr auf Nebenstraßen völlig zum Erliegen. In den Ardennen, aber auch den Pyrenäen und der Dordogne-Region waren mehrere hundert Haushalte ohne Strom. In mehreren Fällen hatten Bäume die Stromleitungen unterbrochen.

Wetter / Verkehr / Frankreich
24.12.2010 · 15:15 Uhr
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