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Taliban zeigen Video von entführtem US-Soldaten

Entführter US-SoldatGroßansicht
Kabul/Washington (dpa) - Die radikal-islamischen Taliban haben ein Video eines vor knapp drei Wochen in Afghanistan verschleppten US-Soldaten veröffentlicht. In dem Film ruft der Soldat seine Landsleute unter anderem dazu auf, die US-Regierung zum Abzug der Truppen aus Afghanistan zu bewegen.

Das Verteidigungsministerium in Washington bestätigte am Sonntag, dass es sich bei dem gezeigten Mann um den 23-jährigen Gefreiten Bowe Bergdahl aus dem Bundesstaat Idaho handelt. In der südlichen Unruheprovinz Kandahar kamen unterdessen mindestens 16 Zivilisten beim Absturz eines Transporthubschraubers ums Leben.

Das im Internet veröffentlichte Video zeigt den Soldaten in einem einfachen afghanischen Gewand und mit geschorenem Kopf. Er habe große Angst davor, nicht mehr zu seiner Familie zurückkehren zu können, sagt der junge Mann. An seine amerikanischen Landsleute gerichtet erklärt er: «Ihr habt die Macht, unsere Regierung dazu zu bringen, sie (die Soldaten) nach Hause zu holen. Bitte bringt uns nach Hause.» Wann die Aufnahme entstand, wurde nicht bekannt.

Eine Sprecherin der US-Armee in Afghanistan verurteilte die Veröffentlichung des Videos als Verstoß gegen internationales Recht. Die Taliban hatten den Soldaten nach eigenen Angaben am 30. Juni in der südostafghanischen Unruheprovinz Paktika in ihre Gewalt gebracht. Nach Angaben der US-Regierung ist es der erste Fall, in dem ein amerikanischer Soldat in Afghanistan Gefangener der Taliban wurde.

Bei dem Hubschrauber-Absturz in Kandahar wurden nach Angaben der Internationale Schutztruppe ISAF mindestens 16 Menschen getötet und fünf weitere verletzt. Der zivile Hubschrauber vom russischen Typ «Mi-8» sei im Auftrag der ausländischen Truppen unterwegs gewesen und am Sonntag unmittelbar nach dem Start auf dem Flughafen der Stadt Kandahar verunglückt. Soldaten seien nicht zu Schaden gekommen, hieß es. Die Ursache des Absturzes werde untersucht. Einen Angriff der Taliban schloss die NATO-geführte ISAF aus.

Bereits am Samstag waren beim Absturz eines Kampfflugzeugs der US-Streitkräfte im Osten des Landes der Pilot und der zweite Offizier an Bord ums Leben gekommen. Auch das Flugzeug vom Typ «F-15E» sei nicht abgeschossen worden, teilte die US-Armee mit. Die Ursache des Unglücks werde untersucht.

Neue Gefechte und Anschläge forderten unterdessen mindestens 39 Todesopfer. Wie das Verteidigungsministerium in Kabul am Sonntag mitteilte, wurden bei einer gemeinsamen Militäraktion afghanischer und ausländischer Truppen gegen Taliban-Stellungen in der Provinz Kandahar mindestens 35 Extremisten getötet. In der Nachbarprovinz Sabul riss den Angaben zufolge am Samstag ein Selbstmordattentäter drei afghanische Soldaten mit in den Tod. Drei Soldaten seien verletzt worden. Der Süden Afghanistan gilt als Hochburg der Taliban.

Konflikte / Afghanistan / USA
19.07.2009 · 19:28 Uhr
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